Monroe Rigby, die unter dem Künstlernamen Monroe auftritt, hat in Wien ihre erste Probe für den 70. Eurovision Song Contest absolviert. Die 17-jährige Sängerin, die in der Nähe von Salt Lake City aufgewachsen ist, vertritt Frankreich bei dem Wettbewerb und wird am Samstag, 16. Mai, im großen Finale mit dem Titel „Regarde!“ auf die Bühne gehen.
Für Monroe ist das ein schneller Aufstieg, aber keiner aus dem Nichts. Mit 16 gewann sie die französische TV-Show „Prodiges“ mit Mozarts „Queen of the Night“-Arie aus „Die Zauberflöte“ und bekam danach einen Vertrag bei Warner Classics. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie ihr Debütalbum „Monroe“, auf dem auch „Nessun dorma“ und „Over the Rainbow“ zu hören sind. „Ich weiß nicht, ob ich schon gut bin“, sagte Monroe nach der Probe am Freitag in einem Zoom-Gespräch. „Aber man wächst immer weiter. So ist das Leben. Ich wollte das nur machen, weil ich es liebe. Damals habe ich es geliebt, jetzt liebe ich es, und ich werde es noch lange lieben.“
Der Eurovision Song Contest ist für junge Acts oft mehr als nur ein Auftritt, und genau darum geht es auch für Monroe. Sie wählte „Regarde!“ gemeinsam mit Alexandra Redde als französischen Beitrag aus; das offizielle Video zu dem Lied hat inzwischen mehr als 2 Millionen Aufrufe auf YouTube. Der Wettbewerb erreicht gewaltige Zuschauerzahlen: Im vergangenen Jahr sahen 166 Millionen Menschen zu, in diesem Jahr treten 35 Länder an. Das Finale wird am 16. Mai live auf dem offiziellen Eurovision-YouTube-Kanal um 1 p.m. MDT übertragen.
Monroe beschreibt Musik als etwas, das sie schon als Kind in der Kirche gepackt habe, zuerst beim Singen mit der Familie und später im Kirchenchor. Danach kamen Gesangsunterricht, Theater, Musicalproduktionen und auch Opernauftritte. „Es hat mich völlig in diese Idee verlieben lassen, dass es dich auf eine Weise berühren kann, die du nicht einmal verstehst“, sagte sie über diese frühen Jahre. Ihre Laufbahn verbindet damit Utah und Frankreich auf ungewöhnliche Weise: ein amerikanischer Start, französische Erfahrungen und nun eine Bühne, auf der schon Gruppen wie ABBA und Künstlerinnen wie Celine Dion Karrieren anstießen.
Vor der Probe sprach Monroe von einer Atmosphäre, die sie sichtbar trägt. „Wir haben gerade die beste Zeit unseres Lebens“, sagte sie. Für ihren Auftritt gehe es um Stärke, Liebe und Rückversicherung von innen. „Es geht um diese Idee, Stärke und Liebe und Sicherheit in uns selbst zu finden“, sagte sie. „Und darum zu erkennen, dass unser Leben zwar so, so beschäftigt sein kann, wir manchmal aber einfach herumschauen, tief durchatmen und sehen müssen, dass da Stärke um uns herum ist.“ Für Frankreich ist sie in Wien nicht nur eine Hoffnungsträgerin, sondern bereits eine sichere Kandidatin für einen der meistgesehenen Musikabende des Jahres. Die eigentliche Frage ist jetzt nicht, ob Monroe da ist, sondern wie weit diese Mischung aus Stimme, Erfahrung und Selbstvertrauen am 16. Mai trägt.

