Antigoni Buxton startet für Zypern im zweiten ESC-Halbfinale mit dem Titel „Jalla“. Die 30-Jährige präsentierte sich bei den Proben in Wien in einem engen weißen Outfit auf der Bühne und wirkte mit ihrer blonden Lockenmähne stark wie Shakira.
Buxton, die in England aufwuchs und griechisch-zypriotische Wurzeln hat, bringt damit eine bewusst auf Wirkung angelegte Mischung aus Dance-Pop, Körperlichkeit und Bühnencharisma zum Eurovision Song Contest. Der Song „Jalla“ ist ein Dance-Pop-Stück, und die Sängerin sagte über ihren Auftritt: „Ich will, dass es eine Show wird – nicht nur ein Lied“.
Die Inszenierung passt zu dem Bild, das Buxton seit längerem von sich zeichnet. Auf dem offiziellen ESC-Podcast sagte sie, viele Menschen nähmen sie als attraktiv wahr. Zugleich betonte sie, dass ihre Teilnahme an der britischen Version von „Love Island“ ihr geholfen habe, „authentisch“ zu bleiben. Buxton betreibt außerdem einen OnlyFans-Account, auf dem sie für zahlende Nutzer erotische Inhalte veröffentlicht, und sie hat mehr als 630.000 Follower auf Instagram.
Gerade darin liegt die Spannung ihrer ESC-Kampagne: Buxton verkauft nicht nur einen eingängigen Wettbewerbsbeitrag, sondern auch eine klar sexualisierte öffentliche Figur. Ihre Auftritte und Social-Media-Profile leben von mediterraner Sinnlichkeit und offener Selbstdarstellung, gleichzeitig versucht sie, diese Offenheit als Echtheit zu rahmen. Für Zypern ist das eine riskante, aber aufmerksamkeitsstarke Strategie, denn der Auftritt im zweiten Halbfinale entscheidet darüber, ob „Jalla“ überhaupt ins Finale einzieht.
Ob Buxton mit diesem Mix aus Show, Erotik und Selbstbehauptung das Publikum in Wien erreicht, wird sich an diesem ESC-Abend zeigen. Sicher ist schon jetzt: Sie tritt nicht als leise Teilnehmerin an, sondern als Künstlerin, die den Wettbewerb mit einer klaren, polarisierenden Figur bespielen will.

