Safran hat im laufenden Jahr weitere Fortschritte in seinem zivilen und militärischen Geschäft gemeldet, getragen von der starken Nachfrage der Luftfahrtindustrie und neuen Flugzeugaufträgen großer Hersteller. Der französische Konzern, der Triebwerke und Ausrüstung für Flugzeuge baut, profitiert dabei besonders vom Wachstum seiner Zivilsparte und vom stabilen Geschäft mit Wartungsleistungen.
Das Gewicht hinter dieser Entwicklung ist klar: Safran zählt zu den führenden Anbietern von Flugzeugtriebwerken und Equipment und arbeitet eng mit Airbus und Boeing zusammen. Seine integrierte Struktur reicht von der Entwicklung über die Produktion bis zur Wartung, was dem Konzern wiederkehrende Erlöse sichert. Im Zentrum stehen die Triebwerksreihen CFM56 und LEAP, die mit GE Aviation entwickelt wurden, sowie Systeme für Fahrwerk, Bremsen, Elektrik und Avionik.
Die Zahlen zeigen, warum der Konzern derzeit Rückenwind hat. Laut dem 2023er Universal Registration Document, das im 04/2024 veröffentlicht wurde, machte die zivile Luftfahrt in den jüngsten Berichtszeiträumen mehr als 70% des Umsatzes aus. Die jährliche Mitteilung von April 2024 sagte zudem, dass die Erlöse aus dem zivilen Aftermarket 2023 um 20% gestiegen seien. Safrans LEAP-Antrieb gewinnt im Single-Aisle-Segment weiter Marktanteile; er treibt unter anderem die Boeing 737 MAX und die Airbus A320neo an, während die Produktionsanläufe den Ausbau unterstützen.
Der breitere Kontext bleibt für den Konzern jedoch nicht ohne Reibung. Die Luftfahrtbranche kämpft weiterhin mit Lieferkettenproblemen, selbst wenn die Bestellungen für neue Flugzeuge kräftig zulegen. Airbus und Boeing kommen zusammen auf Auftragsbestände von mehr als 15.000 Einheiten, was Zulieferern wie Safran Perspektiven eröffnet, aber auch die Versorgungskette unter Druck hält. Gleichzeitig ist der Konzern nicht nur vom Zivilgeschäft abhängig: Er liefert auch Antriebe für militärische Flugzeuge wie die Rafale und für Raketen, stützt sich auf Joint Ventures und investiert in Wasserstoff- sowie Sustainable-Aviation-Fuel-Technologien.
Für Safran spricht vor allem die Mischung aus hoher Auslastung im zivilen Geschäft und einem Aftermarket, der in reifen Programmen oft mehr einbringt als der Verkauf neuer Ausrüstung. Dass die zivile Luftfahrt weiterhin über 40% des weltweiten Verkehrs trägt, macht den Markt für den Konzern strukturell attraktiv. Die Frage ist deshalb weniger, ob Safran vom Erholungsschub profitiert, sondern wie lange die Lieferkette mit dem Tempo der Nachfrage Schritt halten kann.

