In der Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen soll eine zweite Hängebrücke entstehen, weil die aktuelle Holzbrücke den nächsten Winter wohl nicht überstehen würde. Der Gemeinderat billigte das Projekt einstimmig. Nun soll der Bau am 15. September beginnen und möglichst vor dem Winter fertig sein.
Die neue Brücke ist vor allem für die Sicherheit der Fußgänger gedacht. Außerdem soll sie verhindern, dass Wege in dem Bereich immer wieder beschädigt werden. Klammwart Rudi Achtner rechnet dafür mit Kosten von rund 500.000 Euro. Er hält zudem eine Förderung von 45 Prozent durch den Freistaat für wahrscheinlich, weshalb der Markt Garmisch-Partenkirchen den Rest aufbringen muss.
Wichtig ist das Vorhaben vor allem für den Wanderweg, der vom Südende der Klamm nach Vordergraseck führt. Dort ist am östlichen Hang eine zweite Rinne problematisch, die sich bei starken Regenfällen immer wieder mit Geröll füllt. Im Winter habe es dort bereits Lawinenereignisse gegeben. Über dem Bereich seien inzwischen Stahlnetze angebracht, die Material, Wurzeln und anderes Geröll auffangen sollen.
Die bestehende Brücke ist nur eine Übergangslösung. Sie besteht aus zwei L-förmigen Holzelementen und wurde nach der letzten Zerstörung des Weges als Notkonstruktion errichtet. Fachleute eines Münchner Spezialbüros kamen inzwischen zu dem Schluss, dass sie nicht mehr akzeptabel ist. Achtner fasst die Lage seit Jahren ähnlich zusammen: Früher sei dort nur ein kleines Bacherl gewesen, sagt er, doch aus der Behelfslösung sei nun ein System geworden, das an seine Grenze gekommen ist. Nach seiner Einschätzung sei die Brücke an ihrem Ende, und sie würde den kommenden Winter wahrscheinlich nicht mehr überstehen.
Die Partie in der Partnachklamm bleibt dabei alles andere als gewöhnlich. Das Gebiet ist durch Muren, Steinschlag, Hochwasser und Lawinen geprägt, und genau deshalb wird die Übergangslösung nun ersetzt. Eine weitere Hängebrücke gibt es auf einem anderen Abschnitt des Weges bereits seit dem Sommer 2024. Für die neue Konstruktion ist der Start des Projekts samt Förderantrag im Juni vorgesehen. Während der Arbeiten muss der Wanderweg gesperrt werden. Achtner sagt, bis zum Winter müsse alles fertig sein, denn dann komme es meistens schon einmal weiß von oben.
