Die Horst-Brandstätter-Group hat für das Geschäftsjahr 2024/2025 einen Umsatz von 409 Millionen Euro gemeldet und will die Produktion von Playmobil-Figuren in Deutschland im Juni beenden. Am Standort Dietenhofen sollen dann nur noch Lechuza-Pflanzgefäße gefertigt werden, während bis zu 350 Menschen ihre Jobs verlieren.
Ein Sprecher des Unternehmens sprach zugleich von 449 Millionen Euro «Nettoumsatz» im vergangenen Geschäftsjahr. Im Vergleich zu den 490 Millionen Euro aus dem Geschäftsjahr 2023/24 und rund 760 Millionen Euro im Jahr 2020/21 bleibt das Geschäft damit deutlich kleiner als früher, auch wenn der Rückgang langsamer geworden ist.
Für das Unternehmen ist die Nachricht ein weiterer Einschnitt in einer langen Phase des Umbaus. Brandstätter hat bereits rund 700 Stellen in Deutschland und im Ausland gestrichen. Die Gruppe ist nach eigenen Angaben weiter von hohen Energiepreisen, Inflation und schwierigen Märkten in Deutschland belastet und sagt zugleich, sie habe im Zuge der strategischen Neuausrichtung umfassende strukturelle Anpassungen mit hohen Investitionen umgesetzt und nehme in Kauf, dass das Ergebnis vorübergehend negativ bleibt.
Gleichzeitig versucht Playmobil, mit neuen Produkten und Kooperationen wieder mehr Käufer zu erreichen. Vorstand Bahri Kurter sagte, die intensive Entwicklungsarbeit der vergangenen Jahre zahle sich zunehmend aus. Er fügte hinzu: «Wir sehen, dass unsere neuen Produkte und Kooperationen im Markt auf großes Interesse stoßen und unsere Markenpräsenz stärken.» Als besonders vielversprechend gelten dem Unternehmen die Verkaufszahlen für Figuren der Fußball-Nationalmannschaft; Figuren aller Bundesliga-Teams sollen im September folgen. Damit setzt Playmobil auf neue Zielgruppen, während die Produktion am Stammsitz zurückgefahren wird.
Die Marke, die Horst Brandstätter 1974 auf den Markt brachte, wurde zu einem weltweiten Erfolg. Doch die jetzigen Zahlen zeigen, wie stark der Gegenwind geworden ist. Dass die Produktion in Deutschland endet, während in Malta und Tschechien weiter gefertigt wird, unterstreicht den Kurswechsel: weniger klassische Produktion am Heimatstandort, mehr Konzentration auf andere Fertigungsorte und neue Produkte, um das Geschäft zu stabilisieren.
