Die Zeichen für eine Rückkehr von Manuel Neuer in die deutsche Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft im Sommer mehren sich. Beim Thema Wm Kader Dfb wird intern deutlich intensiver und kontroverser diskutiert, als Julian Nagelsmann es öffentlich darstellt.
FC Bayern ist über die Debatte um ein mögliches Comeback des 39 Jahre alten Torhüters informiert. Nagelsmann sagte zuletzt, Neuer sei freiwillig zurückgetreten, und es sei nicht sinnvoll, das Thema ständig weiterzuführen. Neuer selbst hatte Anfang April erklärt: „Wir brauchen das Thema überhaupt nicht aufzumachen.“ Er konzentriere sich auf „hier auf den FC Bayern“.
Die neue Dynamik kommt nicht aus dem Nichts. Neuer hatte nach der Heim-EM 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, und Nagelsmann hatte Oliver Baumann bereits als Nummer eins für die WM eingeplant, solange Marc-André ter Stegen verletzt ist. Dass der Bundestrainer das Thema dennoch nicht abschließt, zeigt auch die interne Brisanz: Der Bericht des Fachmagazins zufolge stehen die Hinweise auf ein mögliches Umdenken so dicht, dass Neuers Name auf der ersten FIFA-Liste für die WM stehen dürfte.
Diese Liste musste Nagelsmann am Montag mit 55 Namen und mindestens fünf Torhütern bei der FIFA einreichen. Nach dem Bericht sollen dort neben Neuer auch Oliver Baumann, Alexander Nübel, Finn Dahmen und Jonas Urbig auftauchen. Das ist kein Endpunkt, aber es ist der erste formale Schritt in Richtung der Kaderentscheidung, die am 21. Mai in Frankfurt fällt.
Für Nagelsmann ist das auch deshalb heikel, weil er in solchen Fragen schon früher für überraschende Gedankenspiele offen war. Im Dezember 2023 bezeichnete er ein mögliches Comeback von Toni Kroos als „interessanten Gedanken“. Jetzt rückt erneut eine Rückkehr eines Routiniers in den Fokus, obwohl der Bundestrainer öffentlich betont, er wolle die Debatte nicht am Leben halten. Die Lücke zwischen seiner Linie und dem, was im Umfeld tatsächlich besprochen wird, ist der Kern dieser Geschichte.
Auch Baumann hat genug von der Diskussion. Auf die neuerliche Debatte reagierte der Torwart irritiert und sagte: „Jeder hat seinen Senf dazugegeben“. Am Samstag will Nagelsmann beim Bundesliga-Finale um 15.30 Uhr Alexander Nübel beobachten und danach in der ZDF-Sendung „aktuelles sportstudio“ auftreten. Dort dürfte er erneut erklären müssen, wie fest seine Torwartpläne tatsächlich sind.
Am Ende bleibt vor allem eine Frage offen, die Nagelsmann selbst mit seiner öffentlichen Zurückhaltung größer gemacht hat: Hält er an Baumann fest, oder wird aus den zunehmenden Hinweisen doch noch die Rückkehr eines Keepers, der seine Nationalmannschaftskarriere eigentlich bereits beendet hatte?
