Als Toni Williams am Freitag, dem 12. Juni, zur Arbeit bei Gotti's im East Downtown von Houston kam, stand der World-Cup-Betrieb schon vor der Tür — und machte ihr den Weg zum Laden schwerer, nicht leichter. Eine Parkaufsicht sagte ihr, ihr üblicher Parkmeter gegenüber könne dazu führen, dass ihr Wagen abgeschleppt wird.
Genau an dem Tag, an dem das FIFA-Fanfest für die Öffentlichkeit noch nicht geöffnet hatte, war das Umfeld rund um die Veranstaltungsflächen bereits verändert. Geschäftsleute in EaDo hatten darauf gesetzt, dass die Weltmeisterschaft mehr Gäste in die Gegend bringt. Stattdessen berichteten sie in der ersten Turnierwoche von gesperrten Straßen, höheren Parkgebühren und einem Zugang, der Kunden, Beschäftigte und Lieferfahrer ausbremste.
Williams sagte, das treffe Gotti's direkt beim Umsatz. Sie schilderte Verwirrung darüber, wie Gäste überhaupt zum Restaurant kommen und wo sie parken sollen. „Es ist einfach nur nervig, um ehrlich zu sein“, sagte sie. „Wir haben erwartet, dass es mehr Umsatz, mehr Geschäft, mehr Laufkundschaft bringt, und das tut es nicht. Es schadet uns.“
Bei Koffeteria war die Lage ähnlich. Beschäftigte fanden die Straße vor dem Haupteingang in der Woche vom 11. Juni für Fußgänger und Fahrzeuge gesperrt vor. Am 11. Juni, dem ersten Tag von Fan Fest, schickten Polizeibeamte Menschen wieder weg, die durch die gesperrte Straße gehen wollten. Einen Tag später ließen sie Fußgänger in der Nähe wieder passieren, doch Andreas Hager sagte bis Freitag, 12. Juni, das Geschäft sei immer noch langsamer als üblich. Hinter dem Ärger stand nicht nur das Fanfest selbst. EaDo-Betriebe kämpften schon seit Monaten mit Bauarbeiten aus zwei laufenden Projekten, und das neue Festival setzte noch einen weiteren Engpass oben drauf.
Auch andere Läden spürten das sofort. Bryan Hucke sagte, einige Gäste mieden die Gegend inzwischen ganz, weil ihnen der Aufwand zu groß erscheine. Bei Huynh seien die Stammkunden zu Beginn der Weltmeisterschaft deutlich zurückgegangen. In Gotti's saßen am Freitag kurz vor 13 Uhr, also in der sonst stärksten Mittagszeit, nur ein Tisch Gäste; zwei Stunden nach der Öffnung war das Lokal damit weit von dem entfernt, was man sich für ein Turnierwochenende versprochen hatte. Hucke fasste die Stimmung trocken zusammen: Wenn der Vortag ein Maßstab sei, sei das eine Enttäuschung gewesen.
Für die Betriebe in East Downtown ist die Rechnung damit einfach und bitter zugleich: Die Weltmeisterschaft sollte Besucher bringen, aber die Zugangsregeln nehmen ihnen genau die Kundschaft, auf die sie gehofft hatten. Offen bleibt, wie lange die Sperrungen, Parkregeln und Zugangsbeschränkungen rund um FIFA Fan Fest in Houston noch gelten — und ob aus dem ersten Klagelaut der Händler irgendwann doch noch eine Anpassung folgt.
