Im Kölner Dom werden am Freitag um 16:00 Uhr drei Diakone zu Priestern geweiht. Die Pontifikalmesse am Fest des Heiligsten Herzens Jesu feiert Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, und für das Erzbistum Köln ist das einer der seltenen Tage, an denen neue Priester nicht angekündigt, sondern tatsächlich eingesetzt werden.
DOMRADIO.DE überträgt die Feier aus dem Dom live. Wer die Messe verfolgt, bekommt nicht nur ein kirchliches Zeremoniell zu sehen, sondern den Beginn von drei konkreten Seelsorgediensten: Christian Gawenda für die Pastoral in Porz, Marek Osiecki für St. Remigius in Leverkusen-Opladen sowie St. Maurinus und Marien in Leverkusen, und Francesco Tabacco für die Pastoral in Euskirchen.
Dass die Weihe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu stattfindet, ist in der Erzdiözese Köln kein Zufall. Der Tag ist traditionell dem priesterlichen Dienst gewidmet, und die Feier passt in einen Ausbildungsweg, der meist rund acht Jahre dauert. Nach fünf Jahren Theologiestudium folgt der zweite Ausbildungsblock im Kölner Priesterseminar; nach dem ersten Jahr dort werden die Kandidaten zu Diakonen geweiht, nach einem weiteren Jahr in Ausbildungsstelle und Seminar dann zu Priestern.
Bei Gawenda bekommt dieser Ablauf eine besondere Wendung. Der 68-Jährige hat 20 Jahre lang in Porz-Libur als Pastoralarbeiter gedient und wird nun erst jetzt Priester. Aus Christus-König in Köln-Porz kommend, bleibt er in Porz verwurzelt, aber mit einer Aufgabe, die ihm bisher noch nicht offenstand. Das macht seine Weihe zu mehr als einem formalen Übergang.
Die neuen Priester können nach der Weihe die Eucharistie feiern, das Sakrament der Versöhnung spenden und die Krankensalbung vornehmen. Was sie unmittelbar nach dem Festakt genau vorhaben, ist offen; fest steht aber, dass das Erzbistum Köln mit diesem Freitag drei Männer mehr im priesterlichen Dienst hat, und dass Gawenda seinen Weg dorthin nach zwei Jahrzehnten kirchlicher Arbeit und mit 68 Jahren an einem Punkt erreicht, an dem andere längst abgeschlossen hätten.
