Lesen: Landwirtschaft unter Druck: Warum resilientere Betriebe jetzt nötig sind

Landwirtschaft unter Druck: Warum resilientere Betriebe jetzt nötig sind

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Die Landwirtschaft steht nach der erneut unter Druck, und die zentrale Botschaft ist unbequem: Viele Höfe sind auf die Klimakrise schlecht vorbereitet. Wer heute über Ernährungssicherheit spricht, kommt an der Frage nicht vorbei, wie Produktion widerstandsfähiger werden kann.

Gerade jetzt suchen viele nach Antworten, weil die Risiken nicht mehr abstrakt sind. Dürre trifft Ernten, Überschwemmungen können Böden und Infrastruktur schädigen, und mehr Schädlingsdruck kommt obendrauf. Gleichzeitig bleibt der Druck groß, viel und billig zu produzieren. Genau diese Logik lässt der Landwirtschaft kaum Raum, krisenfester zu werden.

Seit Jahren liegen Studien zur Klimakrise vor. Doch die Widersprüche im Ernährungssystem sind geblieben. Gute Erntejahre drücken die Preise, schlechte Jahre legen die hohe Abhängigkeit von fossilen Ressourcen offen. Mineraldünger kann nur mit fossilen Rohstoffen billig hergestellt werden. Wenn Versorgung und Kosten so eng an Energie und Rohstoffe gebunden sind, wird jede Wetterkrise sofort zu einer Systemfrage.

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Mehr Resilienz bedeutet deshalb nicht einfach nur, etwas effizienter zu produzieren. Gemeint sind deutlich weniger Mineraldünger, Mischkulturen, Kooperationen zwischen Ackerbauern und Viehhaltern sowie der Aufbau und Erhalt von Humus. In der ökologischen Landwirtschaft gibt es dafür seit Langem erprobte Strategien. Das heißt aber nicht, dass jeder Betrieb auf Bio umstellen muss. Schon mehr Kulturen in einem Betrieb können Risiken besser verteilen.

Besonders verwundbar sind industrielle Hochleistungs-Mastbetriebe, die stark von billig verfügbarem Futter abhängen. Alpine Landwirtschaft ist im Vergleich besser aufgestellt. Dazwischen steht ein Sektor, in dem viele Beteiligte die Lage beruhigen, obwohl die Sicherung der Lebensmittelversorgung dringend bleibt. Genau dieser Widerspruch macht das Thema so drängend: beruhigende Worte ändern nichts daran, dass die Risiken für Betriebe und Versorgungsketten bereits da sind.

Offen bleibt, was zuerst kommen soll, damit Landwirtschaft tatsächlich widerstandsfähiger wird. Klar ist nur, dass weiteres Abwarten die Verwundbarkeit nicht senkt. Wer Lebensmittelversorgung sichern will, muss die Abhängigkeit von billigen Inputs und anfälligen Produktionsweisen jetzt reduzieren, bevor die nächste Dürre oder der nächste Preisschock die Lücke wieder sichtbar macht.

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