Graham Platner liegt in einer neuen Umfrage für das mögliche Rennen um Maines Sitz im US-Senat vor Susan Collins. Die UMass-Lowell/YouGov-Erhebung setzt ihn bei 48 Prozent, Collins bei 43 Prozent.
Dass die Zahlen am Donnerstag veröffentlicht wurden, macht sie für Maines frühe 2028-Debatte sofort relevant. Die Befragung von 650 wahrscheinlichen Wählern lief vom 13. bis 26. Mai, also vor Berichten über Vorwürfe zu sexuell eindeutigen Textnachrichten gegen Platner. Sechs Prozent waren unentschieden, zwei Prozent unterstützten einen anderen Kandidaten; die Fehlermarge lag bei plus oder minus 4,9 Prozentpunkten.
Für die Wahlfrage ist vor allem bemerkenswert, wie knapp der Vorsprung trotz des Bekanntheitsgefälles ausfällt. Platner wird von 43 Prozent positiv und von 41 Prozent negativ gesehen, 14 Prozent haben keine Meinung, zwei Prozent sagten, sie hätten noch nie von ihm gehört. Collins kommt auf 36 Prozent Zustimmung und 53 Prozent Ablehnung, elf Prozent äußerten keine Meinung.
John Cluverius sagte, das Rennen entwickle sich zum wohl umkämpftesten im Land, und er sehe bei beiden aktiven Hauptkandidaten beunruhigende Signale. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern fiel deutlich aus: 54 Prozent der Frauen unterstützten Platner, bei Männern lag er bei 42 Prozent. Collins erhielt die Unterstützung von 35 Prozent der Frauen und 51 Prozent der Männer.
Der Kontext dahinter ist ein Bundesstaat, in dem Collins 2020 erneut gewann, obwohl 53,1 Prozent der Wähler Joe Biden zum Präsidenten wählten. Sie holte damals 51 Prozent der Stimmen. Diese Ausgangslage macht jede frühe Bewegung im Senatsrennen sofort gewichtiger, zumal der Poll nur ein mögliches Direktduell abbildet, das davon abhängt, dass Platner die demokratische Vorwahl gewinnt.
Genau dort liegt die offene Flanke. Cluverius sagte auch, Platner sei weniger bekannt als Collins, was die Wähler offener für neue Informationen über ihn mache. Die Erhebung wurde Tage vor dem Bekanntwerden der Vorwürfe veröffentlicht, und gerade deshalb lässt sich aus ihr noch nicht ablesen, wie der Vorsprung hält, wenn diese Nachrichten in den Wahlkampf einsickern.
Vor der eigentlichen Generalwahl stehen nun erst einmal die demokratische Vorwahl nach Rangwahl am Dienstag, dem 9. Juni, und dann die Wahl am Dienstag, dem 3. November. Platners Moment ist real, aber er ist auch frisch genug, um sich unter dem Gewicht neuer Informationen schnell zu verschieben.

