Im Kindergarten Kraig in Frauenstein ist der neue Kunstrasen nach acht Bienenstichen bei Kindern zur Sache für die Behörden geworden. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Kärnten hat eine offizielle Prüfung der rund 200 Quadratmeter großen Fläche eingeleitet.
Betroffen sind rund 80 Kindergartenkinder, die in der vergangenen Woche barfuß auf dem Platz spielten, als insgesamt acht von ihnen gestochen wurden. Der Vorfall hat den Fokus auf eine Maßnahme gelenkt, die erst Anfang Mai umgesetzt worden war: Der Naturrasen im Außenbereich wurde durch Kunstrasen ersetzt, obwohl eine Förderung des Landes abgelehnt worden war.
Bürgermeister Harald Jannach verteidigte den Umbau mit dem Hinweis, die Kinder hätten sich im Freien immer auf demselben Fleck aufgehalten, dort habe teilweise blanke Erde sichtbar gewesen. Die Gemeinde wollte mit der neuen Fläche außerdem der Verschmutzung im Innenbereich Herr werden. Dass ausgerechnet die neue Anlage nun zum Problem wird, weil sie offenbar süßlich riecht und Bienen anlockt, hat den Fall besonders heikel gemacht.
Für die Kinder- und Jugendanwaltschaft steht damit mehr auf dem Spiel als nur die Frage nach einem einzelnen Unfall. Astrid Liebhauser sagte, sie halte die Maßnahme grundsätzlich für bedenklich und man werde genau prüfen, ob das Kindeswohl vorrangig berücksichtigt wurde. Der Fall sorgt bereits für heftige Kritik und hat die Behörden auf den Plan gerufen.
Ob der Kunstrasen nach der Prüfung bleiben darf oder wieder weichen muss, ist offen. Genau daran hängt nun die wichtigste Antwort für den Kindergarten in Kraig: ob die Gemeinde an der Fläche festhält oder nach dem nächsten Behördenbefund den Rückbau organisieren muss.
