Die Adria steuert im Sommer 2026 auf historische Rekordwerte zu. In flachen Buchten und an den Stränden von Krk bis Dubrovnik sollen Wassertemperaturen von 28 bis 29 Grad gemessen werden, an einzelnen Stellen wird sogar mit knapp 30 Grad Celsius gerechnet.
Warum das gerade jetzt Thema ist, zeigen aktuelle Langfristdaten des ECMWF und des Copernicus Climate Change Service für Juni bis August: Sie zeichnen ein deutlich zu warmes und extrem hochdruckdominiertes Mittelmeer-Sommerbild. An der kroatischen Küste steigt das Wasser bereits schneller als im langjährigen Mittel, und in Istrien, Dalmatien sowie auf den Inseln rund um Split sollen sich Reisende auf ungewohnte Bedingungen einstellen.
Roberto Danovaro brachte die Lage mit einem Satz auf den Punkt: Die Adria habe Temperaturen wie die Malediven erreicht. Für Wissenschaftler ist das ein weiteres Zeichen der fortschreitenden Tropikalisierung des Mittelmeers. Warmes, nährstoffreiches Wasser gilt als ideale Brutstätte für Quallen, und genau darin liegt für Urlauber die heikle Nachricht: Die häufig vorkommende Lungenqualle ist zwar harmlos, doch Leuchtquallen und andere nesselnde Arten können einen Strandtag gründlich vermiesen.
Ganz stabil wird der Sommer 2026 trotzdem nicht. Nach der erwarteten Hitze soll die Witterung fragmentiert verlaufen, mit tagelangen Phasen weit über 33 Grad im Landesinneren und danach heftigen atmosphärischen Entladungen. Schwere Gewitter, Sturmböen und plötzlicher Starkregen können sich direkt an der Küstenlinie entladen, sodass aus der erhofften Badeidylle schnell ein wechselhafter Küstensommer wird.
Wie stark die Qualle-Invasion tatsächlich ausfällt, bleibt offen. Sicher ist nur: Wer im Sommer 2026 an die Adria fährt, trifft auf Meerwasser wie sonst eher im tropischen Urlaub — und auf ein Mittelmeer, das sich weiter in Richtung Hitze, Unruhe und biologischer Verschiebung bewegt.

