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Milch-Protest in Krummhörn: 16 Bauern kippen 30.000 Liter aus

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Sechzehn Landwirte haben am Sonntag in der Gemeinde Krummhörn rund 30.000 Liter Milch aus Güllefässern auf ein Feld gekippt. Mit der Aktion machten sie ihren Ärger über niedrige Milchpreise sichtbar und schlossen sich einem europaweiten Protest gegen die aus ihrer Sicht verfehlte Milchpolitik an.

Dass der Protest ausgerechnet an diesem Wochenende stattfand, war kein Zufall. Am Montag wurde der begangen, an dem der Wert von Milch öffentlich gefeiert wird. Rund 120 Menschen nahmen an der Kundgebung teil, und der BDM stellte die Aktion in den größeren Zusammenhang einer europäischen Protestwelle gegen anhaltende Untätigkeit in der Agrarpolitik.

Im Landkreis Aurich war Milch bereits auf einem Feld verteilt worden, doch in Krummhörn lag der Schwerpunkt auf der Menge und der Botschaft. Die 16 Bauern wollten zeigen, wie groß der Druck auf die Höfe geworden ist. Der Verband sagte, viele Milchviehbetriebe arbeiteten seit Jahren unter ruinösen wirtschaftlichen Bedingungen, nur in sehr wenigen Jahren sei überhaupt Luft zum Atmen geblieben.

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Der Streit drehte sich dabei nicht nur um verschüttete Milch, sondern um die Frage, wo eigentlich Verschwendung entsteht. Während die Bauern ihre Milch auf dem Feld auskippten, sagte der BDM, der eigentliche Verlust entstehe auf dem Markt: Dort sei der Milchpreis so niedrig, dass viele Betriebe ihre Kosten nicht einmal decken könnten. Steigende Energie-, Futter-, Maschinen-, Bau- und Regulierungskosten verschärften die Lage zusätzlich, während der Preis weitgehend von Molkereien, Handel und Weltmarkt bestimmt werde.

sagte, Deutschland bremse seit Jahren bei europäischen Vorstößen zur Stabilisierung des Milchmarkts oder zur Verbesserung der Marktstellung der Erzeuger. Mehrere Länder forderten inzwischen die Aktivierung einer freiwilligen Mengenreduzierung in der aktuellen Marktkrise, doch Berlin halte sich zurück. Statt die Milchbauern zu stärken, suche die Bundesregierung nach Schlupflöchern für Verarbeiter in der geplanten EU-Vertragspflicht zwischen Verarbeitern und Erzeugern, sagte er.

fasste die Lage noch schärfer zusammen. Viele Milchbetriebe müssten mehr produzieren und zugleich auf ihre eigene Vergütung verzichten, um wirtschaftlich überleben zu können, sagte er. Produzieren, um weniger zu verdienen, sei für viele Höfe die Realität. Das Problem sei kein individuelles Versagen einzelner Bauern, sondern die Logik eines Agrarmarktsystems, das trotz aller Warnungen weiter verteidigt werde.

Für die Politik bleibt damit vorerst die unangenehme Rechnung: Ein symbolischer Milchboykott hat die Lage sichtbar gemacht, eine unmittelbare Antwort der Verantwortlichen aber gab es nicht. Genau das dürfte den Druck auf die Branche eher erhöhen als mindern.

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