Lesen: Classroom: Wie „The Digital Delusion“ den Streit um Bildschirme an Schulen befeuert

Classroom: Wie „The Digital Delusion“ den Streit um Bildschirme an Schulen befeuert

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Als im Februar bei einer Schulratssitzung Exemplare von Jared Cooney Horvaths Buch „“ an die Mitglieder verteilte, war das kein beiläufiger Auftritt. Es zeigte, wie schnell ein selbst veröffentlichtes Buch zur Anleitung für Eltern und Schulvertreter geworden ist, die den Einsatz von Bildschirmen im Unterricht zurückdrängen wollen.

Genau deshalb wird das Buch gerade jetzt so intensiv gesucht und zitiert. Horvaths Werk, das er im vergangenen Dezember veröffentlichte, verbindet den jahrelangen Rückgang der standardisierten Testergebnisse amerikanischer Kinder mit dem Aufstieg von Schulen, in denen jedes Kind ein Laptop oder Tablet bekommt. Er hält dagegen, dass Schüler besser auf Papier und im Gespräch lernen. Für Eltern, die an Sitzungen teilnehmen, und für Administratoren, die den Technikeinsatz an ihren Schulen senken wollen, liefert das Buch eine Sprache, mit der sich aus einem diffusen Unbehagen ein konkretes Argument machen lässt.

Die Reichweite ist inzwischen über einzelne Bezirke hinausgewachsen. Schulleiter und Elternbündnisse in Staaten von Kalifornien bis Maryland haben Horvath in Webinaren eingeladen, um Rat zu bekommen, wie sie Schulbezirke zurück zu gedruckten Lehrbüchern bewegen können. In North Carolina lasen Verantwortliche von das Buch, als sie ein „tech-free“-Experiment starteten, bei dem Schüler an zwei Tagen pro Woche keine Laptops benutzen durften. Horvath hat seit der Veröffentlichung außerdem vor dem und vor Parlamenten einzelner Bundesstaaten ausgesagt.

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Dass das Buch solche Kreise zieht, wird von Unterstützern als Beleg seiner Glaubwürdigkeit gelesen. Schauspieler warb dafür und schrieb einen Satz für den Umschlag. Vergangene Woche nannte Horvath in einer Rede zu Einschränkungen bei Technologie in Schulen einen „führenden Forscher“. Für viele Eltern sei gerade dieser Zuspruch wichtig, sagte Jodi Carreon: „As parents, we feel a lot of imposter syndrome sometimes when we’re talking about this.“ Ein Buch von jemandem mit Hintergrund in Bildung und Neurowissenschaften habe ihren Sorgen zusätzliche Glaubwürdigkeit verliehen, sagte sie.

Gleichzeitig hat die Aufmerksamkeit eine Gegenreaktion ausgelöst. Schulvertreter und Befürworter von Technologie sagen, das Buch sei inzwischen selbst zum Problem geworden, weil es neue Richtlinien und Streit anstoße. sagte, er bekomme immer wieder Anrufe von Schulverantwortlichen, die wissen wollen, wie sie auf die Behauptungen reagieren sollen. Horvath selbst weist zurück, dass ein einzelnes Buch so viel bewirken könne. „There’s no way in hell my book has this big of an impact“, sagte er und fügte hinzu, die Argumente hätten eher einem bereits bestehenden Unbehagen eine Form gegeben.

Die offene Frage ist deshalb nicht, ob der Streit um Bildschirme an Schulen weitergeht. Er läuft längst. Entscheidend ist, wie viele Bezirke die Debatte in feste Regeln übersetzen und ob der Rückzug von Laptop und Tablet im classroom bei einzelnen Experimenten bleibt oder zu einer breiteren Kehrtwende wird.

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