Am Sonntag ziehen im Laufe des Tages die nächsten Gewitterzellen über Österreich. Die österreichische Unwetterzentrale warnte am Nachmittag vor starken Unwettern in Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland, während auch Tirol und Wien von markantem Wetter betroffen waren.
Die Warnung kam nicht ins Leere. Schon am Samstagabend hatte eine massive Gewitterfront Oberösterreich getroffen, und rund 5000 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Landesweit rückten die Feuerwehren dort zu etwa 400 Einsätzen aus, in rund 90 Prozent der Fälle wegen umgestürzter Bäume. Mehrere Keller wurden überflutet, zahlreiche Haushalte waren zeitweise ohne Strom, und am Sonntagmorgen kämpften einige Gemeinden noch mit den Ausfällen.
Für viele Menschen begann der Sonntag trotzdem ruhig. Im Norden zogen am Vormittag dichte Wolken durch, im östlichen Bergland fielen erste Schauer, und vielerorts zeigte sich noch die Sonne. Erst ab Mittag nahm die Gewittergefahr deutlich zu. Meteorologen warnten erneut vor lokal schweren Gewittern mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen, und gegen Abend stieg die Unwettergefahr auch entlang der Alpennordseite spürbar an.
Auch in den Regionen, die bereits am Vortag getroffen worden waren, blieb es unruhig. In der Steiermark deckte der Sturm in Knittelfeld Teile von Dächern ab, im Murtal blockierten entwurzelte Bäume mehrere Straßen, und in Mooskirchen wurde eine Stromleitung durch einen umgestürzten Baum beschädigt. Im Raum Amstetten mussten die Feuerwehren zu insgesamt 15 Einsätzen ausrücken. Besonders ungewöhnlich war ein Einsatz am Wolfgangsee, wo zwei Kajakfahrer von der aufziehenden Gewitterfront überrascht wurden, weil sie die Sturmwarnung übersehen hatten. Die Wasserrettung St. Gilgen brachte sie mit einem Boot an Land; beide kamen durchnässt, aber unverletzt davon.
Für Montag bleibt die Lage angespannt. An der Alpennordseite und im Osten beginnt der Tag mit schauerartigem Regen und einzelnen Gewittern, im Westen und Norden beruhigt sich das Wetter im Tagesverlauf langsam. Im Osten hält sich die Unwettergefahr länger, und im Süden sowie Südosten können nach einem oft sonnigen Vormittag erneut kräftige Gewitterzellen entstehen. Nach den Schäden vom Samstag ist damit klar: Eine echte Entwarnung gibt es noch nicht.

