In Kärnten bleiben die Grundwasserstände weiter auffällig niedrig, und einige Gemeinden ziehen die Reißleine: In Köttmannsdorf und Maria Rain ist das Befüllen von Pools jetzt ganz verboten, ebenso das Waschen von Autos und das Bewässern von Grünflächen wie Rasen. Seit Juli haben sich die Grundwasserstände im Land kaum erholt.
Die Lage ist nicht nur ein Problem für Messstellen, sondern für die Versorgung im Alltag. In ganz Kärnten liegen die Wasserstände von Flüssen, Bächen und Quellen 44 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, in Unterkärnten sogar 50 Prozent. Johannes Moser sagte, es fehlten noch rund 200 bis 300 Liter pro Quadratmeter, um die Wasserbilanz auszugleichen. Genau deshalb bitten manche Gemeinden die Menschen, Poolbefüllungen ganz zu unterlassen oder zumindest anzumelden.
Wenn Wasser ungeordnet in Becken läuft, kann das die kommunalen Hochbehälter schnell leeren. Sie lassen sich dann nicht rasch genug wieder auffüllen, sagte Moser. Die kommunalen Maßnahmen setzen deshalb dort an, wo der Verbrauch am ehesten spürbar ansteigt: bei Gärten, Rasenflächen und Pools. In St. Jakob im Rosental und Reichenfels wurde die Bevölkerung bereits gebeten, keine Pools zu füllen oder dies vorher zu registrieren.
Der Hintergrund ist ein Sommer, in dem die Niederschläge lange nicht gereicht haben. Der Hydrographische Dienst geht davon aus, dass es mehrere Monate Regen brauchen würde, bis sich die Pegel wieder in den grünen Bereich bewegen. Für Kärntnerinnen und Kärntner bedeutet das nach aktuellem Stand aber nicht, dass eine größere Trinkwasserknappheit droht. Die Spannungen liegen woanders: in der Frage, wie lange die Gemeinden mit ihren Reserven haushalten müssen, wenn der Verbrauch hoch bleibt und der Nachschub von oben weiter ausbleibt.
Herfried Zessar sagte, gerade höher gelegene Einzelwasserversorgungsanlagen bei Bauernhöfen und Gehöften könnten Probleme bekommen, wenn die Quellschüttungen bis auf ein Minimum fallen oder ganz versiegen. Dort seien die größten Schwierigkeiten zu erwarten. Er riet den Menschen, den eigenen Wasserverbrauch zu senken. Moser formulierte es ähnlich knapp: auf die Gartenbewässerung verzichten, die WC-Spülung sparsam nutzen und auch bei Poolbefüllungen zurückhaltend sein. Für Kärnten ist das inzwischen weniger eine Bitte als eine notwendige Vorsichtsmaßnahme, damit die Hochbehälter nicht unkontrolliert leerlaufen.
