Sieben pro-palästinensische Demonstranten stehen diese Woche in San Francisco wegen einer Blockade des Golden Gate Bridge vom 15. April 2024 vor Gericht. Der Fall dreht sich um eine Aktion, bei der der gesamte südliche Verkehr auf der Brücke mehr als vier Stunden lang zum Stillstand kam.
Staatsanwältin Angela Roze sagte den Geschworenen, der Vorfall sei keine friedliche Unannehmlichkeit gewesen, sondern eine gezielte Blockade einer wichtigen Verkehrsader. Sie sagte, die Beweise zeigten genau, was die Angeklagten getan hätten, und fügte hinzu, es gebe keinen Zweifel daran, dass sie eine Durchgangsstraße behindert hätten. Wenn sie verurteilt werden, drohen den Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft.
Die Beweislage wurde dem Gericht über Videoaufnahmen gezeigt. Darin waren Beamte auf der Brücke zu sehen, die mit Sarah Cantor sprachen, die sich während des Protests als Polizeikontaktperson bezeichnete. Das Material zeigte auch Demonstranten, die die Fahrbahn mit Fahrzeugen blockierten, während die Einsatzkräfte am Ort koordinierten.
Für die Verteidigung stand dagegen das Motiv im Zentrum. Pflichtverteidigerin Nuha Abusamra sagte den Geschworenen, es habe in diesem Moment keine legale Alternative gegeben und es sei Zeit für zivilen Ungehorsam gewesen. Sie sagte, ihre Mandantin River Allen und andere seien bereit gewesen, sich zu bewegen, um eine Spur freizumachen und einen Zugang für Rettungskräfte durch die Blockade zu ermöglichen. Verteidigerin Katy Isa sagte, ihr Mandant Conrad DeJesus habe keine andere Wahl gehabt, als sich einzumischen.
Der Fall ist Teil einer größeren Welle koordinierter Demonstrationen im ganzen Land. Aktivisten blockierten damals wichtige Infrastruktur in Illinois, Kalifornien, New York und im Nordwesten der USA. Auch in San Francisco hatte die Staatsanwaltschaft bereits im August 2024 entschieden, mehr als zwei Dutzend weitere bei derselben Brückenblockade festgenommene Beteiligte nicht zu verfolgen, weil die Beweise dafür nicht ausreichten.
Brooke Jenkins forderte betroffene Autofahrer später auf, sich zu melden, damit sie in dem Fall dokumentiert werden konnten. Die Golden Gate Bridge Highway and Transportation District verlangte 2025 zunächst 163.000 Dollar als Entschädigung für entgangene Mauterlöse, nahm die Forderung später aber zurück. Damit bleibt der Prozess vor allem eine Bewährungsprobe für die Frage, wie weit Protest reichen darf, wenn er den Verkehr auf einer der bekanntesten Brücken der USA über Stunden lahmlegt.
