Ñublense empfängt am heutigen Tag Universidad de Concepción im Stadion Nelson Oyarzún, Anstoß ist um 15:00 Uhr. Für beide Mannschaften geht es um mehr als nur drei Punkte: Sie stehen mit jeweils 17 Zählern dicht beieinander, Ñublense als Zehnter, Universidad de Concepción direkt dahinter und mit der schlechteren Tordifferenz.
Die Partie kommt für Ñublense nach einem Abend, der lange nachwirkt. Das 2:6 gegen Colo Colo im Estadio Monumental war ein harter Rückschlag, und Trainer Juan José Ribera sprach danach von einem Spiel, in dem seine Mannschaft „nicht auf der Höhe“ gewesen sei. Er sagte auch, das Team müsse genau prüfen, was es getan und was es gelassen habe, um wieder so zu konkurrieren, wie es sich gehöre. Die Worte sitzen, weil sie auf eine Phase folgen, in der Ñublense vor dem Colo-Colo-Spiel aus vier Partien nur einen Sieg, zwei Remis und eine Niederlage geholt hatte, bei vier erzielten und neun kassierten Toren. Wer die Entwicklung des Teams verfolgt hat, erkennt den Faden wieder: Die Schwankungen sind kein Ausrutscher mehr, sie bestimmen inzwischen den Rhythmus der Mannschaft.
Universidad de Concepción reist wiederum mit frischem Mut an, obwohl die eigene Bilanz ebenfalls unruhig ist. Die Mannschaft schlug O’Higgins in Rancagua mit 1:0, das einzige Tor am El Teniente erzielte Cecilio Waterman. Davor hatte der Klub aus den letzten vier Spielen drei Niederlagen und nur einen Sieg mitgenommen. Genau deshalb ist das Duell in Chillán kein gewöhnliches Aufeinandertreffen zweier Teams im Mittelfeld, sondern ein direkter Kampf um Luft nach unten und Anschluss nach oben. Auch die Vergangenheit spricht für Spannung: In den letzten fünf Pflichtspielen zwischen beiden Teams gewann Ñublense dreimal, zweimal gab es ein Remis. Das letzte direkte Duell liegt fast zehn Jahre zurück, am 13. März 2015 trennten sich beide im Torneo de Clausura 2:2.
Nach der Niederlage in Santiago stellte sich nicht nur Ribera, sondern auch Jovanny Campusano vor die Kameras und sprach von einem Team, das sich schnell aufrichten werde. Er sagte, heute sei man nicht die Schlechtesten und früher auch nicht die Besten gewesen; wichtig sei jetzt, rasch das Blatt zu wenden und als Männer den Schlag einzustecken und weiterzumachen. Das ist der Ton einer Mannschaft, die einen Tiefpunkt ohne Drama in Arbeit verwandeln will. Und genau darin liegt der Reiz dieses Spiels: Ñublense muss zeigen, dass das 6:2 gegen Colo Colo mehr Narben als Folgen hinterlassen hat. Universidad de Concepción bekommt die Chance, einen direkten Rivalen in Reichweite zu überholen, wenn der Nachmittag im Nelson Oyarzún die Richtung der Saison verschiebt.

