Britney Spears wurde am 4. März gegen 21 Uhr in Ventura County, Kalifornien, von der Polizei gestoppt, nachdem ein anonymer Anrufer ein Fahrzeug gemeldet hatte, das zu schnell und in Schlangenlinien fuhr. Die Beamten beobachteten anschließend, wie ihr Wagen mehrfach die Fahrspurmarkierung überquerte. Erst als zum Blaulicht auch die Sirene eingeschaltet wurde, hielt sie an.
Was danach folgte, zeichnet ein deutlich komplizierteres Bild als eine einfache Verkehrskontrolle. Die Polizei berichtete, im Wagen Alkoholgeruch wahrgenommen zu haben. Spears sagte, sie habe sieben Stunden zuvor ein Glas Champagner getrunken und an diesem Tag mehrere verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen, darunter Adderall. In ihrer Handtasche fanden Beamte eine Adderall-Packung, die auf den Namen einer anderen Person ausgestellt war. In dem Becherhalter zwischen den Vordersitzen lag zudem ein leeres Weinglas.
Laut Bericht hatte Spears gerötete, wässrige Augen, geweitete Pupillen, einen unsicheren Gang und hastige Sprache. Sie soll einem Beamten gesagt haben: „I could probably drink four bottles of wine and still take care of you guys. I'm an angel.“ Auf einer Nüchternheitsskala von null bis zehn bewertete sie sich als „null“. Spätere Tests auf der Wache ergaben einen Wert von 0,06. In Kalifornien liegt die gesetzliche Grenze bei 0,08.
Der nun veröffentlichte Bericht liefert Details, die zuvor nicht öffentlich waren, und beschreibt auch eine Auseinandersetzung mit den Beamten, die sich über den gesamten Einsatz zog. Spears habe sich zunächst rund zehn Minuten geweigert, aus dem Wagen auszusteigen. Sie sagte, sie habe in der Vergangenheit Streiche und Belästigungen erlebt und wolle im Auto bleiben und mit einem Anwalt sprechen. Der Bericht beschreibt, wie ihre Stimmung rasch zwischen konfrontativ und hysterisch wechselte und wie sie zeitweise mit britischem Akzent gesprochen habe.
Auch der spätere Blutabnahme-Termin im Los Robles Medical Center verlief demnach angespannt. Auf dem Weg zur Toilette sei Spears zunehmend aggressiv geworden, woraufhin sie in Handschellen gelegt wurde. Einen Tag nach dem Vorfall nannte ein Sprecher den Einsatz „unforgivable“.
Die rechtlichen Folgen zogen sich über Wochen. Spears ging am 12. April auf Drängen ihrer Söhne Sean Preston und Jayden James in eine Reha. Am 30. April wurde sie wegen Fahrens unter Einfluss von Alkohol und Drogen offiziell angeklagt. Am 4. Mai fiel die Anklage wieder weg, nachdem ihre Anwälte ein „Wet Reckless“-Angebot angenommen hatten. Die Einigung war in einem Fall wie diesem nicht ungewöhnlich, wenn es keinen Unfall gab und der Alkoholwert niedrig war.
Die Auflagen waren deutlich: zwölf Monate Bewährung, ein Tag Haft, der mit der Festnahme-Nacht angerechnet wurde, eine Geldstrafe von 571 Dollar, ein Fahrkurs, wöchentliche Termine bei einem Psychologen und psychiatrische Termine zweimal im Monat. Der Fall endete damit nicht mit einem Freispruch, sondern mit einer milderen Lösung, die die Behörde als Schuldeingeständnis wertete. Wie Michael Goldstein sagte: „Through her guilty plea, Britney took responsibility“.
Die neue Polizeiakte macht vor allem eines klar: Der Stopp am 4. März war kein kurzer Fehltritt am Steuer, sondern ein Einsatz, in dem Alkohol, verschreibungspflichtige Medikamente, widersprüchliche Angaben und ein eskalierender Konflikt mit der Polizei zusammenkamen. Genau deshalb steht der Fall nun wieder im Licht der Öffentlichkeit.

