Bei Inđija ist heute eine Leiche in einem Fass gefunden worden, bei der es sich nach Angaben von Präsident Aleksandar Vučić mit 99 Prozent Wahrscheinlichkeit um Aleksandar Nesović handelt. Vučić sagte am Abend in der Sendung „Četvrtkom u 9“ beim staatlichen Fernsehen, der Fund sei „erschreckend“, und sprach von einem Fall, der das Land erschüttert.
Vučić sagte wörtlich: „Ovo danas što smo videli je zastrašujuće.“ Er fügte hinzu: „99 posto možemo da potvrdimo da je reč o gospodinu Nešoviću.“ Nach seinen Angaben hatte der Staatsanwalt die Haft für den Chef der Belgrader Polizei wegen Vertuschung einer Straftat beantragt. Das Leichnam sei „geschnitten und zusammengerollt“ in dem Fass gefunden worden, sagte Vučić, und in einer Garage sei Beton vorbereitet worden.
Nach den Angaben des Präsidenten arbeiteten bei der Suche unter schwierigen Bedingungen Angehörige aller Einheiten mit. Die Operation habe zwei Stunden gedauert. Vučić betonte, der Staat habe „alles verhaftet“ und es habe kein Vertuschen gegeben. Die Ermittler gingen damit öffentlich an einen Fall heran, der schon wegen der Umstände des Fundes besondere Aufmerksamkeit bekam: Das Opfer wurde nicht in freier Lage entdeckt, sondern in einem Fass bei Inđija, und die Identität ist bisher nicht offiziell bestätigt worden.
Der Präsident stellte die Tat als besonders brutal dar. „Das haben Monster getan, keine Menschen“, sagte er. Nach seinen Angaben war der Mann, der das getan habe, ein Polizist; ein zweiter sei ein Fahrer gewesen, der mit der Polizei verbunden gewesen sei. In seiner Darstellung deutet der Fall damit nicht nur auf ein Verbrechen hin, sondern auch auf mögliche Verbindungen in die Sicherheitsstrukturen, die nun selbst Gegenstand der Ermittlungen sind.
Genau darin liegt der politische Sprengstoff dieses Abends. Vučić sagte, der Staatsanwalt habe die Haft für den Chef der Belgrader Polizei wegen der Vertuschung eines Verbrechens beantragt, und wiederholte zugleich, dass Polizei und Staatsanwaltschaft ohne Verheimlichung vorgegangen seien. Später sprach er auch davon, dass in den vergangenen Jahren alle Morde aufgeklärt worden seien. Für die Familie des Getöteten bleibt vor allem die Frage, ob die nahezu sichere Identifizierung sich bestätigt und welche Rolle Beamte in dem Fall tatsächlich gespielt haben. Vučić sagte, die Ehefrau des Getöteten sei um 16 Uhr gekommen. Für sie und für die Ermittler ist das der nächste entscheidende Moment: die offizielle Bestätigung des Toten und die juristische Klärung, wie ein Mensch auf diese Weise getötet und versteckt werden konnte.
