Ein Air-France-Flight von Paris nach Detroit wurde am Montag nach Montreal umgeleitet, nachdem ein Passagier aus der Demokratischen Republik Kongo versehentlich an Bord gegangen war und nach US-Reiseregeln wegen des Ebola-Ausbruchs nicht hätte mitfliegen dürfen. Die Crew setzte Masken auf, nachdem der Kapitän die Umleitung erklärt hatte.
Air France teilte mit, der Flug sei auf Wunsch der US-Behörden zum Flughafen Montreal Airport geleitet worden, nachdem einem kongolesischen Passagier an Bord die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert worden war. Die US-Grenzschutzbehörde CBP sagte, Air France habe einen Reisenden aus der Demokratischen Republik Kongo irrtümlich auf einem Flug in die Vereinigten Staaten befördert. Das Flugzeug legte für den Umweg rund 500 Meilen, etwa 800 Kilometer, zurück, bevor die Passagiere später mit derselben Maschine weiter nach Detroit flogen.
Die Episode zeigte, wie strikt Washington die Einreise für bestimmte Reisende aus dem von Ebola betroffenen Teil Zentralafrikas inzwischen handhabt. Nach den geltenden Regeln dürfen Menschen ohne US-Pass, die sich in den vergangenen drei Wochen in der Demokratischen Republik Kongo, in Südsudan oder Uganda aufgehalten haben, nicht einfach in die USA einreisen. US-Passinhaber und Daueraufenthaltsberechtigte aus diesen Ländern dürfen nur über den Washington-Dulles International Airport in Virginia einreisen, wo sie besonders kontrolliert werden.
Der Auslöser für diese Beschränkungen ist der aktuelle Ebola-Ausbruch, den die Weltgesundheitsorganisation als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite eingestuft hat. Nach den vorliegenden Zahlen wurden bislang fast 140 Tote gezählt, mehr als 600 Verdachtsfälle sind erfasst. In der Region, die zusätzlich von Konflikten geprägt ist, grassiert eine seltene Ebola-Art.
Dass die Regeln nicht abstrakt bleiben, zeigt auch der Fall eines Amerikaners, der sich nach einer Arbeit für eine medizinische Missionsgruppe in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert hat. Der Patient wird in einer Spezial-Isolierstation in einem Krankenhaus in Deutschland behandelt. Für Fluggesellschaften bleibt damit das Risiko real, dass selbst ein einziger falscher Einstieg einen internationalen Flugtag durcheinanderbringt.
Für die Passagiere an Bord war es vor allem ein unerwarteter Umweg, für die Behörden ein weiterer Test ihrer Krisenlogik. Die zentrale Frage ist nun nicht, ob die Beschränkungen gelten, sondern ob sie im dichten Alltag des Luftverkehrs so sauber greifen, dass ein Fehler dieser Art nicht erneut einen ganzen Flug nach Kanada zwingt.

