Bei Borussia Dortmund verschiebt sich in diesem Sommer die interne Hierarchie, und Waldemar Anton gehört zu den Namen, die dabei nach oben rücken. Nach mehreren Abgängen muss Trainer Niko Kovac einen neuen Stellvertreter im Kapitänskreis finden.
Julian Brandt hinterlässt mit seinem Abschied eine Lücke in der Reihenfolge der Teamführer, Pascal Groß hatte den Klub schon im Winter verlassen und eine wichtige interne Rolle ausgefüllt. Emre Can bleibt zwar Kapitän, doch nach seiner Vertragsverlängerung wird er wegen einer Kreuzbandverletzung voraussichtlich lange fehlen. Deshalb dürfte Nico Schlotterbeck in den ersten Monaten der neuen Saison die Mannschaft auf das Feld führen.
Anton wird intern als mögliche Lösung für die offene Position diskutiert. Der Abwehrspieler hat sich in Dortmund zu einem Führungsspieler entwickelt und gilt als Boss der besten Bundesliga-Defensive dieser Saison. Der BVB kassierte in der Liga nur 34 Gegentore, und Anton steht damit für einen Teil jener Stabilität, die der Klub auch in der Kabine abbilden will.
Dass der 28-Jährige ernsthaft in Betracht gezogen wird, hat mit seiner Stellung im Team zu tun. Er wird von allen im Kabinentrakt respektiert, und Kovac soll ein großer Fan von Anton sein. Auch Gregor Kobel könnte in der Hierarchie noch weiter nach oben rücken, doch die endgültige Entscheidung soll vor dem Start der neuen Saison fallen.
Die Spieler befinden sich derzeit im Urlaub, ehe das Training in Dortmund Mitte Juli wieder aufgenommen werden soll. Dann wird sich zeigen, wie der Klub die Lücke nach den Abgängen schließt und ob Anton in der neuen Ordnung noch enger an die Spitze rückt. Für den BVB geht es dabei nicht nur um einen Namen auf dem Papier, sondern um die Frage, wer die Mannschaft in einer Phase der Umstellung sichtbar führt.

