FC Schalke 04 hat am 17. Mai vor dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig drei Spieler offiziell verabschiedet, die den Klub nach der Saison verlassen werden. Christopher Antwi-Adjei, Henning Matriciani und Paul Pöpperl wurden 20 Minuten vor dem Anpfiff in der VELTINS-Arena mit einem eigenen Programmpunkt geehrt.
Als Mannschaft und Staff schon auf dem Rasen standen, lief auf dem Stadion-Videowürfel ein Film mit Szenen der drei Profis in Blau und Weiß. Danach überreichten Matthias Tillmann, Frank Baumann und Christina Rühl-Hamers individuell gestaltete Collagen an die Spieler. Das ausverkaufte Stadion bedankte sich mit anhaltendem Applaus, Matriciani wurde von den Anhängern sogar als „Fußballgott“ gerufen. Für Schalke war es ein Abschied, der nicht nur Zeremonie, sondern auch Bilanz war: ein Spieler mit kurzer, aber produktiver Zeit im Verein, ein anderer mit einer langen und oft unauffälligen, am Ende von Verletzungen geprägten Laufbahn, und ein dritter, dessen Rolle an diesem Nachmittag ebenfalls gewürdigt wurde.
Antwi-Adjei war im Sommer 2024 nach mehreren Jahren bei VfL Bochum nach Gelsenkirchen gewechselt und kam in zwei Spielzeiten auf 35 Pflichtspiele, zwei Tore und drei Vorlagen. In der laufenden Saison machte er 14 Einsätze in der 2. Bundesliga, verpasste aber in der zweiten Hälfte der Spielzeit weitere Partien wegen Problemen an der Achillessehne. Sein Abschied fiel damit in eine Phase, in der Schalke ohnehin schon damit leben musste, dass der Angreifer nicht mehr regelmäßig zur Verfügung stand.
Matriciani prägte den Klub über fünf Jahre, von 2020 bis 2026, zunächst als Zugang für die U23 aus der Regionalliga West von SV Lippstadt 08. Im Mai 2021 debütierte er in der Bundesliga, dazu kamen 22 weitere Partien in der höchsten Liga, drei DFB-Pokal-Spiele und 38 Begegnungen in der 2. Bundesliga für die erste Mannschaft. Für die U23 absolvierte er außerdem 39 Spiele. Insgesamt stehen für Schalke 103 Einsätze, aber kein Tor und keine Vorlage. Unvergessen bleibt für viele Fans sein spektakulärer Tackling-Moment im Heimderby der Saison 2022/2023, der in letzter Sekunde ein 2:2 rettete. In diesem Winter riss er sich das Kreuzband, weshalb er an diesem Tag nicht aktiv auf dem Platz eingreifen konnte.
So wurde aus einer Abschiedsfeier auch ein Blick auf die widersprüchlichen Wege dreier Spieler, die bei Schalke sehr unterschiedlich Spuren hinterlassen haben. Antwi-Adjei brachte in kurzer Zeit direkte Scorerwerte, Matriciani Loyalität, Vielseitigkeit und einen Moment, der im Stadion geblieben ist. Pöpperl gehörte an diesem Nachmittag ebenfalls zu den offiziell Verabschiedeten. Für Schalke schloss sich damit vor dem letzten Saisonspiel ein Abschnitt, in dem die Namen der drei noch einmal lauter durch die Arena hallten als ihre Statistiken es vermuten lassen.
