Club Deportivo O'higgins hat am Donnerstag in Rancagua im Hinspiel der Copa Sudamericana gegen São Paulo ein 0:0 geholt und seine internationale Serie im Estadio El Teniente fortgesetzt. Die Mannschaft blieb damit auch im internationalen Wettbewerb im eigenen Stadion ohne Gegentor.
Vor rund 8.300 Zuschauern lieferten sich beide Teams eine zähe Partie mit wenigen klaren Chancen, die dennoch kurz nach dem Seitenwechsel Fahrt aufnahm. Sarrafiore traf zu Beginn der zweiten Hälfte die Latte, drei Minuten später setzte Leiva den Ball an den rechten Pfosten. O'Higgins blieb also dicht dran am Sieg, fand aber keinen Weg vorbei an der letzten Linie von São Paulo.
Der Punkt war für O'Higgins nicht nur wegen des Ergebnisses wichtig, sondern auch wegen der Art, wie er zustande kam. In der ersten Halbzeit blieb die Partie torlos, und auch nach der Pause brachte keine Seite den entscheidenden Treffer zustande. Die Gastgeber drängten phasenweise, wirkten im Abschluss aber nicht präzise genug, um das Spiel zu kippen.
Zum Spiel gehörte auch die Reaktion von den Rängen. Gonzalo Tapia wurde in der 80. Minute ausgewechselt und verließ das Feld unter Buhrufen und einzelnen Beschimpfungen aus dem Publikum in Rancagua. Gleichzeitig richteten sich Pfiffe gegen Carlos Coronel, der seine Abschläge von hinten sichtbar verzögerte und damit den Unmut der Heimfans auf sich zog.
Die Atmosphäre im Stadion war deutlich aufgeladen, obwohl nur etwa 100 mitgereiste Anhänger aus Brasilien den Gästen den Rücken stärkten. Auf der Bank von São Paulo saß mit Cédric Soares ein Spieler, der mit Portugal die Euro 2016 gewonnen hat, blieb aber über die gesamte Partie ohne Einsatz. Für O'Higgins bleibt damit vor allem die Fortsetzung einer bemerkenswerten Bilanz stehen: Im internationalen Spielbetrieb hat das Team in El Teniente weiter kein Gegentor kassiert.
Der Ausgang lässt O'Higgins mit einem Ergebnis zurück, das sportlich offen hält, was im Rückspiel noch möglich ist. Aber in Rancagua war schon zu sehen, wie eng die Partie war: ein Treffer an die Latte, einer an den Pfosten, ein torloser Abend und ein Stadion, das am Ende eher nervös als zufrieden wirkte.

