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Zattoo setzt auf B2B und Connected-TV-Werbung für neues Wachstum

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steht für seit dem 1. April an einer neuen Stelle, und die neue Interimschefin beschreibt den Schweizer TV-Dienst so klar wie selten zuvor: Das Unternehmen sei heute „relativ einmalig aufgestellt“. Nach ihren Worten sieht Zattoo das größte Wachstumspotenzial nicht mehr im klassischen Endkundengeschäft, sondern vor allem im B2B-Bereich und bei Werbung auf Connected TV.

Rodriguez führt Zattoo seit dem 1. April kommissarisch, nachdem zu Schweizer Radio und Fernsehen gewechselt war. Für den Dienst, der 2006 in der Schweiz gegründet wurde und damals erstmals ein -Spiel über das Internet streamte, ist das auch ein Signal der Neuordnung. Was einst fast als Synonym für lineares Fernsehen im Netz galt, arbeitet heute mit vier Säulen: dem klassischen Endkundengeschäft unter eigener Marke in Deutschland, Österreich und der Schweiz, dem White-Label-B2B-Geschäft für Netzbetreiber wie 1&1 in Deutschland, modularer Plattformtechnologie und AdTech-Lösungen.

Gerade das Endkundengeschäft laufe, wie Rodriguez sagt, „erfreulich stabil“. Das ist bemerkenswert, weil sich der Fernsehmarkt inzwischen deutlich härter anfühlt als noch vor einigen Jahren. Große Telekommunikationsanbieter und Plattformen verkaufen aggressiv beworbene Komplettpakete, und damit hat sich die Aufmerksamkeit vom einzelnen TV-Dienst hin zu großen Bündeln verschoben. Zattoo reagiert darauf mit einem Geschäftsmodell, das nicht mehr nur auf den sichtbaren Konsumentenauftritt setzt, sondern stärker auf Technik und Vermarktung im Hintergrund.

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Der Kurswechsel ist auch ein Ergebnis der eigenen Entwicklung. Zattoo begann seine B2B-Phase 2012 unter dem damaligen Geschäftsführer und hat seitdem White-Label-Plattformen für Partner in zehn europäischen Ländern aufgebaut. Insgesamt betreibt das Unternehmen mehr als 30 solcher Plattformen. Rodriguez sagt, genau dort liege die größere Chance: „Wir sehen daher für uns das größte Wachstumspotenzial einerseits im B2B-Bereich mit unseren modularen und End-To-End-Lösungen und andererseits beim Advertisment im Connected TV“.

Für Zattoo ist damit klarer als früher, wo künftig Umsatz entstehen soll. Das Unternehmen will weniger als reine Verbraucher-App wahrgenommen werden und mehr als Technologieanbieter, der Fernsehdienste für Partner baut und Werbung auf dem vernetzten Fernseher besser vermarktet. Ob das genügt, hängt davon ab, wie schnell sich der Markt weiter in Richtung großer Bündel verschiebt. Für den Moment setzt Zattoo auf genau das Geschäft, das im Schatten der großen Marken oft am verlässlichsten wächst.

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