Libertad reist am Dienstag um 23:00 nach Quito und spielt dort gegen Independiente del Valle mit nur einem klaren Ziel: weiter im Rennen um den dritten Platz in Gruppe H der Copa Libertadores 2026 zu bleiben. Dafür braucht der Klub aus Paraguay zwei Siege aus den verbleibenden zwei Partien. Der erste Schritt führt ihn in Ecuador in ein Spiel, das seine gesamte Gruppenphase kippen kann.
Die Ausgangslage ist hart. Libertad braucht nicht nur Punkte, sondern auch eine gute Tordifferenz zu seinen Gunsten und zusätzlich Schützenhilfe von Rosario Central, das im Gigante de Arroyito den Ölklub schlagen müsste. Erst wenn beide Bedingungen erfüllt sind, kann Libertad auf Rang drei schielen und damit die Playoffs der Copa Sudamericana 2026 erreichen. Das macht das Duell in Quito mehr als ein normales Gruppenspiel. Es ist der erste Teil einer Rechnung, die erst am letzten Spieltag in La Huerta gegen Universidad Central de Venezuela abgeschlossen werden kann.
Gegen ecuadorianische Teams hat Libertad in der Copa Libertadores eine Bilanz, die erklärt, warum der Klub trotz der schweren Aufgabe nicht chancenlos anreist. In sieben Auswärtsspielen in Ecuador holte Libertad drei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen, was einer Effektivität von 52,38 Prozent entspricht. Dabei erzielte die Mannschaft acht Tore und kassierte sechs. Die ersten beiden Siege in Ecuador fielen in Guayaquil: am 18. März 2003 beim 5:1 gegen Emelec und am 3. März 2015 beim 1:0 gegen Barcelona.
Das Spiel gegen Emelec war bis heute der deutlichste Sieg von Libertad in Ecuador. Carlos Bonet und Pedrinho trafen jeweils zweimal, Sergio Fernández steuerte ein weiteres Tor bei. Für Emelec trug sich Moisés Cuero in die Torschützenliste ein. Zehn Jahre später reichte gegen Barcelona ein Treffer von Jorge Recalde zum 1:0. Und auch der jüngste Erfolg in Ecuador liegt nicht weit zurück: Am 10. März 2021 gewann Libertad im Estadio Olímpico Atahualpa in Quito 1:0 gegen Universidad Católica, Rodrigo Bogarín erzielte das entscheidende Tor.
Diese Resultate sind die Grundlage für Libertads bisherige Bilanz gegen ecuadorianische Klubs in der Copa Libertadores. Von 2003 bis 2026 stehen 15 Spiele, sieben Siege, fünf Unentschieden und drei Niederlagen zu Buche, bei 28 erzielten und 17 kassierten Treffern. Für das Team ist das eine brauchbare historische Spur vor dem Besuch in Quito, aber keine Garantie. Independiente del Valle spielt zu Hause, und Libertad muss in dieser Phase der Gruppenrunde präzise sein: nicht nur gewinnen, sondern auch die Zahlen auf seiner Seite halten.
Genau darin liegt die Spannung vor Dienstagabend. Libertad hat noch zwei Spiele, einen engen Pfad und kaum Raum für Fehler. Quito ist dabei nicht nur ein Ort auf der Karte, sondern die erste Hürde in einer Aufgabe, die erst dann erfüllt ist, wenn auch die anderen Ergebnisse passen. Für Libertad ist das Auswärtsspiel gegen Independiente del Valle deshalb der Moment, in dem aus Hoffnung ein echter Anspruch werden muss.
