Lesen: James Ohlen enthüllt gescheiterten Neustart von Star Wars: The Old Republic

James Ohlen enthüllt gescheiterten Neustart von Star Wars: The Old Republic

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sagt, dass er um 2015 für rund sechs Monate an einem Neustart von Star Wars: The Old Republic arbeitete, der am Ende an der EA-Spitze scheiterte. Der langjährige -Designer hatte dafür ein Design-Dokument, Präsentationen und sogar einen Konzept-Trailer ausgearbeitet, bevor die Idee abgeräumt wurde.

Ohlen beschrieb den gescheiterten Plan als die Chance, Knights of the Old Republic Online endlich zu verwirklichen und zu korrigieren, was man seiner Ansicht nach beim ersten Versuch falsch gemacht hatte. Er sagte auch, dass er und bei Disney und Lucasfilm überzeugen konnte und dass der frühere Electronic-Arts-Chef Patrick Söderlund an Bord war.

Der Neustart sollte laut Ohlen unter dem Titel Star Wars: The New Republic spielen, mehrere hundert Jahre vor dem Fall der Republik. Es war als anderer Zugriff auf ein modernes Star-Wars-MMO gedacht und als ein Versuch, den alten Online-Plan in einer neuen Form doch noch zu retten.

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Doch laut Ohlen stoppte der EA-Vorstand das Vorhaben. Die Entscheidungsträger erinnerten sich an den Start von Star Wars: The Old Republic und an die 300 Millionen Dollar Kosten, sagte er, und fragten sich, warum man noch einmal so viel Geld ausgeben sollte. Ohlen formulierte es so, dass das Projekt an der Frage zerbrach: „Why the hell should we spend a bunch more?“

Diese Absage traf ihn nicht nur als Projektleiter, sondern offenbar auch persönlich. Ohlen sagte, die Enttäuschung habe den Beginn seines Abschieds von BioWare markiert, dem Studio, in dem er insgesamt 22 Jahre verbrachte und in führenden Rollen an Baldur’s Gate 2, Neverwinter Nights, Dragon Age: Origins und Star Wars: The Old Republic arbeitete.

Der Rückblick zeigt zugleich, warum der Ton bei diesem Thema bis heute so scharf bleibt. Ohlen sagte, er habe anfangs gar kein Interesse an MMORPGs gehabt und den Auftrag nur aus Loyalität zu und übernommen. Stattdessen, so seine Erinnerung, wollten alle außer ihm ein „WoW im Weltraum“ bauen. Er selbst hätte lieber ein Knights of the Old Republic Online mit einer fokussierten 60-Stunden-Storykampagne gemacht, konnte das Projekt aber nicht in diese Richtung lenken. Das veröffentlichte Spiel nannte er später ein gigantisches, verwässertes 200-Stunden-Monster mit acht unterschiedlichen Klassenhandlungen.

Star Wars: The Old Republic entwickelte sich trotz des schwierigen Starts zu einer verlässlichen Gelddruckmaschine für BioWare. Gerade deshalb bekam Ohlens gescheiterter Neustart Gewicht: Er war nicht nur ein weiterer Pitch, sondern der Versuch, eine frühere Vision in einer Form zurückzuholen, die für Disney, Lucasfilm und zugleich attraktiv gewesen wäre. Heute ist Ohlen nicht mehr bei BioWare, sondern hat verlassen, wo der Sci-Fi-Rollenspieltitel Exodus derzeit entsteht.

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