Die AfD-Fraktionsspitze hat Matthias Moosdorf nach einer scharfen internen Kritik an Markus Frohnmaier abgemahnt. Der Bundestagsabgeordnete soll 5.000 Euro Ordnungsgeld zahlen, darf sechs Wochen lang nicht im Bundestag sprechen und erhält für drei Monate ein Auftrittsverbot auf Fraktionsveranstaltungen.
Der Beschluss fiel nach Informationen von t-online in der Sitzung des AfD-Fraktionsvorstands am Montagnachmittag. Ein Sprecher der Fraktion bestätigte die Entscheidung am Abend. Als Grund nannte die Fraktionsspitze „unangemessene Kritik“.
Auslöser war eine E-Mail, die Moosdorf Ende April an die gesamte Fraktion geschickt hatte. Darin attackierte er Frohnmaier, den Vizechef der Fraktion, Mitglied des Fraktionsvorstands und außenpolitischen Sprecher der AfD, mit ungewöhnlicher Schärfe. Moosdorf war selbst früher außenpolitischer Sprecher der Partei. Er warf Frohnmaier mangelnde „intellektuelle Durchdringung“ komplexer Themen vor und sprach von „späte und oft falsche Bewertungen, aber auch richtige Entgleisungen“. Als Beispiel nannte er Frohnmaiers Aussage, die USA seien zu Beginn des Kriegs im Iran „mit chirurgischer Präzision“ vorgegangen. Über den Kurs der Partei schrieb Moosdorf: „Unser Friedenskurs ist der Goldstandard, ist unsere mühsam gefundene DNS“.
Die jetzige Entscheidung trifft einen Abgeordneten, der in der Fraktion längst als eigenwillig und als Überzeugungstäter in Sachen Russland gilt. Nach Berichten über Russlandreisen von AfD-Abgeordneten auf Steuerzahlerkosten machte die Fraktionsspitze eine Genehmigung des Vorstands zur Auflage für solche Reisen. Moosdorf hatte bereits zuvor mehrere Ordnungsmaßnahmen erhalten. Im Herbst 2025 sollte er schon einmal 2.000 Euro zahlen und sechs Wochen lang nicht im Plenum sprechen, weil er ohne Genehmigung der Fraktionsspitze nach Russland gereist war.
Die neue Sanktion zeigt, wie strikt die Fraktionsführung inzwischen gegen internes Abweichen vorgeht. Moosdorf hatte nicht nur Frohnmaier öffentlich in der Fraktion angegriffen, sondern auch die „personelle Besetzung im Arbeitskreis Außen kritisch zu überprüfen“ gefordert und dazu aufgerufen, „klare Maßstäbe für die Eignung und das Auftreten in der Funktion des außenpolitischen Sprechers zu definieren“. Für die Fraktionsspitze war das offenbar mehr als eine Meinungsäußerung. Für Moosdorf ist es die zweite harte Strafe innerhalb kurzer Zeit — und ein deutliches Signal, dass weitere Grenzüberschreitungen in der Fraktion nicht folgenlos bleiben werden.
