West Ham hat am Sonntagabend mit 1:3 gegen Newcastle verloren und damit die dritte Niederlage in Serie kassiert. Für Tottenham ist die Lage damit vor den letzten Tagen der Saison noch klarer geworden: Die Spurs liegen zwei Punkte vor West Ham, haben aber noch zwei Spiele übrig.
West Ham-Fan Matt Parker brachte die Stimmung nach dem Spiel auf den Punkt. „Wir hatten den ganzen Schwung, haben seit Januar 13 Punkte auf Spurs gutgemacht, als alle dachten, wir seien schon abgestiegen“, sagte er. „Es ist herzzerreißend, weil es sich anfühlt, als hätten wir die ganze harte Arbeit gemacht. Nur um die Chance auf den Klassenerhalt wegzuwerfen.“
Die Niederlage in Newcastle hat die Premier-League-Standings in der Abstiegszone auf den letzten Metern wieder eng gezogen. West Ham reist am letzten Spieltag nach Hause gegen Leeds, Tottenham empfängt Everton. Für die Mannschaft von Nuno ist der Puffer nicht riesig, aber real: Die Spurs brauchen aus den letzten beiden Partien noch einen Punkt, solange West Ham den Rückstand von 13 Toren nicht mehr aufholt. Gewinnen sie am Dienstagabend bei Chelsea, ist der Klassenerhalt ohnehin sicher.
Für das Spiel an der Stamford Bridge spricht aus Tottenham-Sicht allerdings wenig Geschichte. In 35 Liga-Gastspielen dort haben die Spurs nur einmal gewonnen, ein 3:1 im April 2018 unter Mauricio Pochettino. Trotzdem geht Tottenham mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien und acht Tagen Vorbereitung in die Partie, während Chelsea nur drei Tage nach dem 0:1 im FA-Cup-Finale gegen Manchester City wieder ran muss.
West Ham hat derweil den Trend nicht mehr gestoppt. Die Mannschaft hat ihre letzten drei Spiele verloren, und Parker sagte, die fehlenden Resultate hätten in der heißen Saisonphase besonders wehgetan. „Nuno war für uns großartig, aber es sieht so aus, als habe ihn der ganze Stress inzwischen auch erreicht“, sagte er. „Wir haben in unseren letzten drei Spielen am entscheidenden Punkt der Saison 0 Punkte geholt, und der Trainer hat gegen Newcastle mit der falschen Mannschaft begonnen.“
Die Rechnung ist für West Ham damit brutal einfach geworden. Ein Sieg gegen Leeds am Schlusstag könnte nur dann noch reichen, wenn Tottenham vorher oder anschließend patzt und der Rückstand von 13 Toren nicht mehr aufgeholt wird. Tottenham dagegen kann sich mit einem einzigen Punkt aus den beiden verbleibenden Spielen aus der Abstiegsgefahr ziehen. Der Unterschied zwischen beiden Vereinen ist damit in einer Woche vom Aufholrennen zur letzten, knappen Sicherheitszone geworden.

