Colo Colo arbeitet bereits daran, vor dem Wintertransferfenster neue Verstärkungen zu finden, und hat dabei noch keine endgültigen Ziele festgelegt. Nach den bisherigen Überlegungen stehen ein äußerer Flügelspieler und ein offensiver Mittelfeldspieler als zwei grundlegende Prioritäten ganz oben auf der Liste, doch in den vergangenen Wochen ist bei den Gesprächen im Klub auch ein rechter Außenverteidiger als neue Option hinzugekommen.
Edson Figueroa sagte auf El Canal de Edson, dass es sich um „un lateral derecho“ handele, während DaleAlbo berichtete, dass es im Vorstand Zweifel an der Leistung der rechten Verteidiger gebe. Die Diskussion kommt nicht aus dem Nichts: Im Sommermarkt holte Colo Colo Matías Fernández, Jeyson Rojas blieb danach zunächst der Stammspieler auf der rechten Seite, und in den letzten Spielen stand Fernández selbst in der Startelf. Rojas ist zudem ein Eigengewächs von Colo Colo und wurde ursprünglich als Innenverteidiger ausgebildet.
Die Überlegungen gewinnen auch deshalb an Gewicht, weil Colo Colo nach den Regeln des Marktes bis zu drei Spieler registrieren kann. Eine Ausnahme erlaubt es dem Klub, einen Spieler zu ersetzen, dessen Leihe vorzeitig beendet wird, sofern dieser in der ersten Halbzeit des Wettbewerbs bereits in drei oder mehr Spielen eingesetzt wurde; diese Ausnahme darf allerdings nur für ein Spieler genutzt werden. Eine weitere Ausnahmeregel greift, wenn ein Klub zwischen dem Beginn der 4ª fecha und dem Arbeitstag vor dem Start der 19ª fecha einen Spieler für mindestens USD 250.000 dauerhaft oder befristet abgibt. Dann kann er ihn ersetzen, ohne dass dies auf das Kontingent der drei neuen Spieler angerechnet wird.
Colo Colo geht in diese Planungen aus einer klaren Position der Stärke heraus. Die Mannschaft schlug Deportes Concepción und profitierte zugleich vom Remis von Coquimbo Unido gegen Huachipato. Damit steht der Klub sowohl an der Spitze der Copa de la Liga als auch in der Liga de Primera, was den Spielraum in der Kaderfrage vergrößert, aber den Druck auf die Personalentscheidungen nicht kleiner macht.
Gleichzeitig bleibt offen, ob der neue Fokus auf die rechte Abwehrseite am Ende wirklich zu einer Verpflichtung führt oder ob Colo Colo seine Verstärkungen weiter auf die beiden ursprünglich priorisierten Positionen konzentriert. Auch die Gerüchte um Luciano Cabral sorgten zuletzt für Gesprächsstoff, doch Aníbal Mosa reagierte auf diese Spekulationen. Für den Moment ist klar: Der Klub sondiert den Markt, die Liste ist noch nicht abgeschlossen, und die Richtung für den Winter wird sich an den nächsten Entscheidungen im eigenen Haus messen lassen.

