Lesen: Merz Gegen Merz: Christoph Maria Herbst kehrt als Erik Merz zurück

Merz Gegen Merz: Christoph Maria Herbst kehrt als Erik Merz zurück

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kehrt als zurück. Der dritte Film der Reihe „“ heißt „“ und ist ab dem 14. Mai im ZDF-Streamingportal zu sehen; am Donnerstag, 21. Mai, läuft er um 20.15 Uhr im ZDF.

Für Herbst ist das keine bloße Fortsetzung, sondern eine Rückkehr in eine Figur, die er seit Jahren trägt. Der 60 Jahre alte Wahl-Kölner sagte, der Reiz bestehe darin, in dieses herrliche Chaos zurückzukehren und diese dysfunktionalen Familien aus der Innenschau weiterzuverfolgen. Wer ihn auf Erik Merz ansprach, bekam wenig Distanz zu hören. Er wäre, so Herbst, wirklich mit einem Klammerbeutel gepudert gewesen, wenn er zu Erik Merz irgendwann einmal „Auf Wiedersehen“ gesagt hätte.

Gewicht bekommt die Rückkehr auch durch die Art, wie Herbst über seine Arbeit spricht. Er ist gelernter Bankkaufmann, sagt von sich, er nutze keine sozialen Medien, und er kenne niemanden, der ihm in dieser Hinsicht konkret etwas verbieten würde. Zugleich verweist er auf die lange Zusammenarbeit mit : Zwei Jahrzehnte arbeiteten beide an „“. Dass er nun erneut bei „Merz gegen Merz“ einsteigt, passt zu einem beruflichen Muster, in dem er Figuren nicht schnell wieder loslässt, wenn sie ihn einmal überzeugt haben.

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„Merz gegen Merz“ wird als Komödie und Tragikomödie über eine Familie im dauernden Ausnahmezustand beschrieben. Herbst zeichnete Erik Merz als emotionalen Legastheniker und Zahlenmenschen, als jemanden, dem die Hose näher ist als das Hemd, als isolierte Figur, die ihr Glück oder Unglück im Alkohol sucht. Der Hund sei inzwischen sein einziger wirklicher Bezugspunkt. Das erklärt auch, warum die Rückkehr der Reihe nicht nur an einen Namen gebunden ist, sondern an einen Ton: an die Mischung aus Spott, Scheitern und familiärem Dauerchaos.

Spannung steckt in der Frage, wie weit diese Figur nach so langer Zeit noch tragfähig ist. Herbst hat Erik Merz über Jahre als Teil einer Welt beschrieben, in der Bindungen brüchig bleiben und jede Nähe gleich wieder in Reibung umkippt. Gerade deshalb wirkt der neue Film weniger wie ein Neuanfang als wie die Fortsetzung eines Zustands. Auch Herbsts Satz über seinen Leitspruch („Das ernsthafte Bemühen um Albernheit“) passt dazu; er versteht ihn als Lebenshaltung, ebenso wie er sagt, der Feminismus sei ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden. Das gibt der Rückkehr zusätzliche Kontur, ohne den Kern der Nachricht zu verschieben: Im Zentrum steht die neue Auswertung von „Geständnisse“ und damit die Rückkehr von Merz gegen Merz ins ZDF-Programm.

Für Zuschauer ist der Ablauf klar. Erst kommt der Stream am 14. Mai, dann die lineare Ausstrahlung am 21. Mai um 20.15 Uhr. Für Herbst ist damit auch klar, dass Erik Merz nicht abgeschlossen ist. Er ist weiter eine Figur, die er nicht nur spielt, sondern über die er in denselben rauen, leicht verschobenen Tönen spricht wie über alte Kollegen, alte Rollen und alte Gewohnheiten. Genau darin liegt der Befund dieses Neustarts: Merz gegen Merz bleibt nicht Vergangenheit, sondern hält seine eigene Unordnung weiter offen.

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