Lesen: Hitzewelle setzt Millionen Beschäftigte in Spanien unter Druck

Hitzewelle setzt Millionen Beschäftigte in Spanien unter Druck

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Mehr als 5,5 Millionen Beschäftigte in Spanien sind am Arbeitsplatz extremer Hitze ausgesetzt. Das entspricht 26 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung und zeigt, wie breit die Hitzewelle inzwischen in den Arbeitsalltag hineinreicht.

Besonders betroffen sind Bau, Landwirtschaft, Fischerei, Bergbau und Versorgungsunternehmen. In diesen Branchen arbeiten viele Menschen im Freien oder in Bereichen, in denen Sonne, Luftfeuchtigkeit und körperliche Anstrengung zusammenkommen. Nach Angaben des kann Hitze die Konzentration und die motorischen Fähigkeiten mindern und damit das Unfallrisiko erhöhen. Sie kann außerdem Hitzschlag, Sonnenstich, Nierenprobleme und Herz-Kreislauf-Beschwerden auslösen.

Die Daten stützen sich auf Informationen des und des spanischen Wetterdienstes AEMET. Beide Behörden arbeiten derzeit an einem System, das Hitzestress bei der Arbeit besser vorhersagen soll. Es basiert auf dem WBGT-Index, der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Wind und körperliche Belastung berücksichtigt. Für Spanien ist das mehr als eine technische Frage. Das Land erlebt immer längere und intensivere Hitzephasen, und die Folgen treffen nicht nur Städte und Kliniken, sondern auch Arbeitsplätze, an denen Pausen und Schatten oft über die Sicherheit entscheiden.

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2025 arbeiteten Schätzungen zufolge 3,8 Millionen Menschen in Spanien unter starker Sonneneinstrahlung. Das waren 17 Prozent der Beschäftigten und damit mehr als im EU-Durchschnitt, der bei 12 Prozent lag. Fast ganz Europa war 2025 wärmer als normal, doch Spanien war besonders betroffen. Im August wurde das Land nach Angaben der Behörden mit fast 46 Grad vom heißesten August seit Beginn der Aufzeichnungen getroffen. Zwischen dem 16. Mai und dem 30. September 2025 wurden zudem 3.832 Todesfälle mit übermäßig hohen Temperaturen in Verbindung gebracht, 87,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Im selben Zeitraum nahm die Zahl extremer Hitzewellen um 73 Prozent zu, und die erste Hitzewelle des Jahres traf Spanien und den Mittelmeerraum früh in der Saison.

Die Spannung liegt inzwischen nicht mehr in der Frage, ob die Hitze den Arbeitsmarkt erreicht hat, sondern wie gut Betriebe und Behörden darauf reagieren. Spanische Arbeitsinspektoren achten bei extremen Wetterlagen stärker auf Präventionsmaßnahmen. Empfohlen werden Arbeitszeiten außerhalb der heißesten Stunden, mehr Pausen im Schatten, ausreichend Trinkwasser, Schutzkleidung und ein angepasster Arbeitstakt. Die Antwort auf die Hitzewelle ist damit klarer geworden: Wer draußen arbeitet, muss den Tag anders planen, sonst steigt das Risiko mit jedem Grad.

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