Lesen: Gronau: Udo Lindenberg trifft Schröder im Hyatt-Foyer am 3. Oktober

Gronau: Udo Lindenberg trifft Schröder im Hyatt-Foyer am 3. Oktober

Veröffentlicht
2 Min. Lesezeit
Anzeige

Im Foyer des Hyatt-Hotels traf am 3. Oktober auf . Schröder kam von hinten heran, mit vielen Tüten in der Hand, und fragte: „Na, Udo, kennst du mich noch“ und „Ich bin's, Gerhard.“

Lindenberg brauchte keinen zweiten Blick. „Joah, Gerhard, schön, dich zu sehen“, sagte er. „Vor allem heute, am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Breitheit.“ Dann legte er nach: „Joah, Breitheit.“

Es war eine Begegnung mit Gewicht, weil sie mehr war als ein freundlicher Gruß unter zwei Männern, die in Deutschland einmal für ein bestimmtes Lebensgefühl standen. Lindenberg sprach von Leuten wie Schröder und sich selbst, die das Land „ein bisschen breiter gemacht“ hätten. Deutschland sei nun „breiter, also größer“, sagte er. Die Szene passt zu einer Rückschau rund um Lindenbergs 80. Geburtstag und zu dem Bild, das beide über Jahre begleitet hat: sie als Teil einer alten Mannschaft der „coolen Germany“.

- Advertisement -

Die Vorgeschichte reicht zurück zu einem Treffen Jahre zuvor in Lindenbergs Garderobe in einem Fußballstadion. Damals habe Schröder nach reichlich Rotwein eine Toilettentür für eine Schranktür gehalten und sei im Dunkeln gegen eine Wand geprallt. Lindenberg erinnerte sich daran mit dem Tonfall eines Mannes, der die Anekdote längst in den eigenen Mythos eingebaut hat.

Genau darin liegt die Reibung dieser Geschichte: Zwischen dem staatsmännischen Schröder und dem dauerpräsenten Lindenberg liegt kein glatter Respekt, sondern eine gemeinsame Erinnerung an Exzess, Pose und Selbstironie. Als Schröder am Hyatt sagte: „Das hast du schön gesagt, Udo, wir sollten uns bald mal wiedersehen“, blieb Lindenberg bei seinem eigenen Kommentar über die angeblichen Designertüten hartnäckig: „Joah, das mit den Designertüten, das ist alles Quatsch.“ Dann ergänzte er: „Hab ich auch mal gemacht. Ein paar Monate lang. Nicht gut für die Liebe, ne.“

So endet die Szene nicht mit einem großen politischen Satz, sondern mit einem alten, lakonischen Kompliment unter zwei Männern, die sich seit Jahren kennen. Und gerade deshalb wirkt sie größer als die Tüten, die Witze und der Rotwein: Sie erzählt von einem Deutschland, das sich selbst einmal als frecher, lauter und ein bisschen breiter verstand.

Anzeige
Diesen Artikel teilen