Lesen: Halle Berry bringt Crime 101 als späten Streaming-Hit zurück an die Spitze

Halle Berry bringt Crime 101 als späten Streaming-Hit zurück an die Spitze

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“ läuft plötzlich wieder oben mit. Der Thriller mit steht derzeit laut an der Spitze von Amazon Primes Charts, obwohl der Film im Kino zunächst nicht die Aufmerksamkeit bekam, die man bei dieser Besetzung, dem klassischen Stoff und einer Werbekampagne erwartet hatte, die in Südkalifornien fast jede Werbetafel belegte.

Für Berry ist das ein neuer Treffer mit Verspätung. In Bart Laytons Verfilmung spielt sie Sharon Combs, eine verärgerte Maklerin, deren Firma die Juwelen versichert, auf die es die Diebe abgesehen haben. An ihrer Seite sind als Mike Davis, ein Meisterdieb auf dem Weg zum nächsten großen Coup, als besessener Ermittler Lou Lubesnick und als dreister Aufsteiger Ormon. Zum Ensemble gehören außerdem Nick Nolte, Monica Barbaro und Jennifer Jason Leigh.

Dass der Film jetzt im Streaming nach oben schießt, passt zu seiner zweiten Karriere. „Crime 101“ hatte weltweit 72 Millionen Dollar eingespielt, wurde aber trotzdem als Enttäuschung wahrgenommen, weil die Erwartungen höher lagen. Basierend auf einer Novelle des Krimiautors Don Winslow, gehört der Film zu jener Sorte von Räuberpistole, die sich in die Linie von „Heat“, „The Town“, „Chinatown“ sowie den Welten von Elmore Leonard und Raymond Chandler stellt.

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Layton selbst hat das Genre nicht als Selbstzweck verstanden. Er sagte, es diene ihm als „Rahmen“, um größere Sorgen über Klasse zu erzählen, und nutzte dafür Los Angeles, eine Stadt, in der Reichtum und soziale Trennung auf Schritt und Tritt sichtbar sind. Genau dort verschränkt der Film Juwelenraub, Polizeiarbeit und Geld mit einer Stadtlandschaft, in der die sozialen Grenzen ebenso hart gezogen sind wie die Sicherheitslinien um die begehrten Objekte.

Berry bekommt dabei eine Rolle, die sich deutlich zeitgenössischer anfühlt als die klassische Femme fatale. Sharon Combs bewegt sich zwischen Kriminalität und Gerechtigkeit, ohne je ganz auf einer Seite zu landen. Gerade dieser Zwischenton dürfte ein Grund sein, warum „Crime 101“ nun als Streaming-Titel zündet, nachdem er im Kino nicht das Bild eines großen Ereignisses abgab. Die Frage ist damit beantwortet: Der Film musste nicht neu erfunden werden, er musste nur an der richtigen Stelle landen.

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