Lothar Matthäus hat Bayern München mit einer Bemerkung über Joško Gvardiol in Bewegung gesetzt. Der frühere Bundesliga-Profi sagte am Samstag, die Münchner hätten bereits erste Anfragen für einen früheren Leipziger gestellt, der heute bei Manchester City spielt.
Matthäus beschrieb den gesuchten Mann als Linksverteidiger und Innenverteidiger, ehe er später klarstellte, dass er Gvardiol meinte. Der 24-Jährige war in dieser Woche beim 3:0 von Manchester City gegen Crystal Palace nach einer Verletzungspause wieder dabei. Für Bayern wäre das ein Name mit Gewicht: City zahlte 2023 eine vereinsinterne Rekordsumme von 90 Millionen Euro an RB Leipzig, um den Kroaten zu holen, und sein Vertrag läuft bis 2028.
Gvardiol ist für Bayern aus zwei Gründen interessant. Einerseits kennt man ihn aus der Bundesliga: Zwischen 2021 und 2023 machte er 87 Einsätze für Leipzig. Andererseits bringt er etwas mit, das im Münchner Kader derzeit besonders auffällt, nämlich einen starken linken Fuß. Weder Jonathan Tah noch Dayot Upamecano haben dieses Profil, obwohl das Duo derzeit als Bayerns Innenverteidiger-Paar gilt.
Hinzu kommt die Lage um Min-jae Kim. Der Südkoreaner steht intern derzeit nur an dritter Stelle in der Innenverteidigung und wird seit längerer Zeit mit einem Abschied in Verbindung gebracht. Vor diesem Hintergrund würde ein Spieler wie Gvardiol nicht nur Tiefe bringen, sondern auch Flexibilität, weil er zusätzlich auf der linken Abwehrseite eingesetzt werden kann.
Die Münchner planen zwar auch auf anderen Positionen für die neue Saison. Im Tor soll es nach jetzigem Stand mit Manuel Neuer, Sven Ulreich und Jonas Urbig weitergehen, ein Comeback von Alexander Nübel ist laut derselben Einordnung ausgeschlossen. Doch gerade in der Defensive bleibt Bewegung möglich, weil Bayern einen Linksfuß mit internationalem Format sucht und Matthäus mit seiner Aussage den Blick auf einen sehr konkreten Kandidaten gelenkt hat.
Für Gvardiol selbst kommt die Debatte zu einem Zeitpunkt, an dem er nach seiner Pause wieder Spielpraxis sammelt. Zwischen Anfang Januar und Anfang Mai fiel er mit einem Schienbeinbruch aus, ehe er nun gegen Crystal Palace zurückkehrte. Dass ein Spieler mit dieser Vorgeschichte und einem Vertrag bis 2028 überhaupt in Münchens Überlegungen auftaucht, zeigt vor allem eines: Bayern denkt bei der nächsten Kaderplanung nicht nur an Ergänzung, sondern an einen Namen, der sofort ins Zentrum der Diskussion rückt.

