Eintracht Frankfurt verabschiedet am Sonntag nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin um 14 Uhr offiziell vier Spielerinnen. Es ist der letzte große Moment am Main in dieser Saison, bevor sich die Wege von Géraldine Reuteler, Nicole Anyomi, Nadine Riesen und Elisa Senß trennen.
Reuteler, 27, wird Frankfurt im Sommer verlassen, wenn ihr Vertrag ausläuft. Die Schweizerin kam im Sommer 2018 vom FC Luzern zum 1. FFC Frankfurt und brachte es für die Frankfurter Vereine auf 183 Pflichtspiele, 53 Tore und 45 direkte Vorlagen bei rund 14.500 Spielminuten. In dieser Saison stand sie in 34 Pflichtspielen auf dem Platz, traf neunmal und legte acht weitere Treffer auf. Frankfurt würdigte die Abschiede mit den Worten: „Wir bedanken uns herzlich bei Géry, Nici, Nadine und Elisa, die jede für sich in den vergangenen Jahren den Weg von Eintracht Frankfurt mitgeprägt hat.“
Für den Klub wiegt auch der Abgang von Anyomi schwer. Die 26-Jährige fällt für das Saisonfinale wegen einer Oberschenkelverletzung aus, obwohl sie seit 2020 für Eintracht spielt und in 131 Pflichtspielen auf 62 Tore und 35 Assists gekommen ist. In dieser Saison ist sie mit 21 Treffern und 13 Vorlagen aus 32 Pflichtspielen wettbewerbsübergreifend Frankfurts beste Torjägerin. Für Deutschland absolvierte sie seit ihrem Debüt 2020 zudem 34 Länderspiele und erzielte vier Tore.
Riesen und Senß prägten die Mannschaft auf andere Weise. Riesen spielte drei Jahre für Eintracht, kam auf 68 Pflichtspiele, elf Assists und 32 Einsätze in dieser Saison; ihr erster Treffer für Frankfurt fiel beim 3:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg. Die Schweizer Nationalspielerin hat 43 Länderspiele. Senß wiederum verlässt den Klub nach dieser Saison, nachdem sie eine Ausstiegsklausel gezogen hatte. Die 28-Jährige wechselte im Sommer 2024 von Bayer Leverkusen nach Frankfurt, bestritt 62 Pflichtspiele mit neun Toren und sieben Vorlagen und verpasste das Saisonfinale wegen einer Gelbsperre. In zwei Jahren stand sie in 45 von 48 möglichen Bundesliga-Partien auf dem Feld und wurde in dieser Saison in neun von zehn Länderspielen von Beginn an eingesetzt; nur beim 1:0 in Slovácko wurde sie geschont.
Dass Frankfurt die Abgänge ausgerechnet nach dem letzten Heimspiel gegen Union Berlin bündelt, passt zum Saisonende — und macht die Lücke sichtbar, die gleich vier feste Größen hinterlassen. Zwei von ihnen werden an diesem Sonntag nicht einmal selbst auf dem Platz stehen. Die Verabschiedung wird damit weniger als Abschiedsshow wirken als als Abschluss einer Phase, in der Reuteler, Anyomi, Riesen und Senß zusammen entscheidend zu Frankfurts Bilanz beigetragen haben. Ihre künftigen Stationen will der Klub nicht selbst kommunizieren; das, so heißt es, sei Sache der aufnehmenden Vereine oder neuen Clubs.

