Bei einem Flohmarkt in Innsbruck ist am Samstagmorgen ein 67-jähriger Mann aufgefallen, weil er mit einem Pullover durch die Reihen ging, auf dem nationalsozialistische Symbole zu sehen waren. Die Polizei wurde gerufen und nahm den Mann fest.
Nach der Festnahme durchsuchten die Ermittler die Wohnung des Mannes in Pfunds im Tiroler Oberland. Dort fanden und sicherten sie eine große Zahl weiterer Gegenstände mit NS-Bezug. Die Ermittlungen laufen weiter.
Wenn sie abgeschlossen sind, wird die Polizei einen Bericht an die Staatsanwaltschaft Innsbruck übermitteln. Der Verdacht richtet sich auf eine Straftat nach dem Verbotsgesetz. Dass der Vorfall ausgerechnet in Innsbruck, der Tiroler Landeshauptstadt, bekannt wurde, gibt dem Fall zusätzlich Gewicht: Er begann als öffentlicher Auftritt auf einem belebten Markt und führte binnen kurzer Zeit zu einer Hausdurchsuchung mit weiterem belastendem Material.
Der Fall zeigt auch die klare Linie der Behörden bei NS-Symbolik im öffentlichen Raum. Wo bei anderen Einsätzen oft nur die Sicherung einer Lage im Vordergrund steht, wie etwa bei der Absperrung von Fanbereichen und Marschrouten beim Thüringenderby oder bei Polizeieinsätzen rund um Produktionen, ging es hier um den Verdacht auf verbotene nationalsozialistische Kennzeichen und um weiteres Material in einer Wohnung im Tiroler Oberland. Für den Mann aus Pfunds bleibt damit vor allem eines offen: Der entscheidende Schritt ist nicht die Festnahme selbst, sondern die spätere Anzeige an die Innsbrucker Staatsanwaltschaft nach Abschluss der Ermittlungen.

