Hamburger SV reist am Sonnabend zum 34. Bundesliga-Spieltag um 15.15 Uhr mit der gesamten Mannschaft und dem kompletten Staff nach Leverkusen. Für den HSV ist das letzte Saisonspiel sportlich gelöst, weil der Klassenerhalt schon vor dem Abschluss der Runde gesichert ist. Für Bayer 04 Leverkusen geht es dagegen noch um sehr viel mehr.
Merlin Polzin sagte, der HSV wolle die Spielzeit mit drei Siegen in Serie beenden. „Wir wollen für unsere Fans und uns selbst das Saisonende perfekt aussehen lassen – mit drei Siegen in Folge. Das ist das Ziel, das wir erreichen wollen. Darauf haben wir uns seriös und gut vorbereitet. Wir wollen das Spiel mit allem, was nach dieser kräftezehrenden Saison noch in uns drinsteckt, angehen“, sagte der Trainer. Außerdem betonte er: „Es werden alle vom Staff und von der Mannschaft die Reise antreten, um das letzte Spiel noch mal gemeinsam anzugehen.“
Sportlich ist die Partie für den HSV auch eine Gelegenheit, die eigene Bilanz gegen Leverkusen ein wenig zu drehen. Das letzte Gastspiel in der BayArena liegt fast acht Jahre zurück: Im September 2017 verlor Hamburg dort am 6. Spieltag der Saison 2017/18 mit 0:3. Der letzte HSV-Sieg in Leverkusen datiert aus dem Februar 2009. Das Stadion fasst 30.210 Plätze und ist die Nummer 13 unter den kleinsten Arenen der Bundesliga.
Personell reist Hamburg mit mehreren Fragezeichen, aber auch mit einer wichtigen Rückkehr an. Miro Muheim soll nach seiner Sprunggelenksverletzung aus dem Hamburger Derby in Bremen wieder dabei sein. Polzin stellte allerdings klar, dass der Linksfuß keine 90 Minuten durchspielen werde. „Er wird nicht 90 Minuten spielen können, eher wird es in der zweiten Halbzeit der Fall sein, dass er spielt“, sagte er. Robert Glatzel ist wegen einer Wadenverhärtung weiter fraglich. Nicolas Capaldo verpasste große Teile der Trainingswoche, soll aber zur Verfügung stehen. Alexander Rössing-Lelesiit fällt nach einer erfolgreichen Operation am Montag sicher aus.
Leverkusen geht als Tabellensechster in den letzten Spieltag und muss den eigenen Teil erledigen, um noch auf Rang vier und damit in die Champions League zu kommen. Dafür braucht die Werkself einen Sieg gegen den HSV und gleichzeitig Niederlagen von TSG Hoffenheim in Mönchengladbach und vom VfB Stuttgart in Frankfurt. Die Tordifferenz könnte am Ende ebenfalls entscheidend werden: Leverkusen liegt bei +21, Hoffenheim bei +17 und Stuttgart bei +22. Dass der Druck real ist, zeigte schon das 1:3 in Stuttgart am vergangenen Spieltag, als Leverkusen eine starke Ausgangsposition für den Schlussakt aus der Hand gab.
Trainer Kasper Hjulmand machte vor dem Duell klar, dass für sein Team nur ein Sieg zählt. „Unsere Aufgabe ist klar: Wir müssen das Spiel gewinnen. Das haben wir die ganze Woche besprochen und vorbereitet. Darauf bin ich zu 100 Prozent fokussiert. Am letzten Spieltag kann noch alles passieren. Es ist wichtig, dass wir die richtige Mentalität und Energie zeigen. In unserem Stadion und vor unseren Fans!“, sagte er. Zugleich stellte er fest, es sei „noch nicht vorbei“. Für den HSV ist diese Partie der Abschluss einer langen Saison. Für Leverkusen ist sie der vielleicht letzte Schritt in Richtung Champions League — oder der Punkt, an dem die Rechnung nicht aufgeht.

