Der Mdr legt seine Krimi-Schiene für drei Jahre auf Eis. Neue Produktionen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ werden in diesem Zeitraum nicht in Auftrag gegeben, zugleich beendet der Sender „MDR um 2“ als lineares Programm und gibt das seit 2024 in Leipzig beheimatete „Mittagsmagazin“ auf.
Für den Zuschauernachschub ist vorerst trotzdem gesorgt. Der Sender teilte mit: „Von der Produktionspause nicht betroffen sind sechs Filme, die entweder schon abgedreht sind oder noch bevorstehen.“ Dazu zählen „jeweils ein Tatort aus Dresden und ein Polizeiruf aus Magdeburg“, die sendefertig sind. Außerdem hat der Mdr-Rundfunkrat bereits eine weitere Tatort-Produktion aus Dresden genehmigt, eine zusätzliche befindet sich in der Genehmigungsphase. Beim „Polizeiruf Magdeburg“ sind nach Angaben des Senders zwei Produktionen in Planung oder in Vorbereitung der Rundfunkratsfreigabe.
Die Entscheidung trifft zwei der bekanntesten Krimimarken des Hauses in einer Phase, in der der Sender stark unter finanziellem Druck steht. Sie reicht über den Mdr hinaus, weil die Pause auch die Produktionsfirmen trifft, die die Formate für den Sender herstellen. Gerade erst hatte UFA Mitte die Ausschreibung für den Magdeburger „Polizeiruf“ gewonnen. UFA-Chef Sascha Schwingel stellte das Projekt als mehr als nur eine erfolgreiche Krimireihe dar und sagte, der „Polizeiruf“ stehe beispielhaft für das, was öffentlich-rechtliche Fiktion leisten solle: regionale Perspektiven sichtbar machen, gesellschaftliche Realität abbilden und gesamtdeutsche Erzählräume schaffen. Zugleich nannte er die Reihe mit steigenden Quoten und Marktanteilen eines der erfolgreichsten TV-Formate und ein Aushängeschild für Regionalität und gesellschaftliche Debatten.
Gerade darin liegt nun der Bruch. Der Mdr zieht sich ausgerechnet bei einem Format zurück, das nach außen für regionale Verankerung steht und intern zuletzt neue Perspektiven bekommen hatte. Dass der Sender gleichzeitig lineare Angebote streicht und einen Leipziger Standort aufgibt, zeigt, wie hart er priorisiert. Ein schneller Neustart neuer Krimis ist damit nicht zu erwarten. Für Dresden und Magdeburg läuft zunächst nur die vorhandene Pipeline weiter.
