Celtic und Hearts trafen am Sonntag um 12.30 Uhr BST im Celtic Park in einem Scottish-Premiership-Showdown aufeinander, der die Meisterschaft entscheiden sollte. Don Robertson ließ die Partie nach 1 Minute anpfeifen, und Celtic schaltete sofort über die rechte Seite um: Johnson wurde dort angespielt, zog mit einem flachen Ball in den Strafraum, doch ein Verteidiger rutschte dazwischen und blockte die Szene. Nach 2 Minuten erzwang Celtic bereits die erste Ecke.
Vor dem Anpfiff sang das Stadion You’ll Never Walk Alone, und Celtic stellte zum ersten Mal seit Dezember wieder dieselbe Startelf auf. Martin O’Neill machte vor dem Spiel deutlich, dass seine Mannschaft nicht kopflos in das Duell gehen solle. Seine Botschaft war schlicht: gewinnen, aber die Lage im Blick behalten. Erst am Ende von 90-odd Minuten, sagte er, müsse man vorne stehen; gung-ho zu spielen und dann über Konter ins Hintertreffen zu geraten, sei genau das Risiko, das Celtic vermeiden müsse. Gleichzeitig sprach er von der Gelegenheit auf dem eigenen Platz mit der Menge im Rücken und sagte, er sei wirklich aufgeregt.
Für Hearts war es die Chance, eine Saison zu krönen, die über wichtige Siege in August und September gewachsen war. Der Klub erinnerte daran, dass Stuart Findlay in August spät in Tannadice getroffen hatte, dass Alexandros Kyziridis später im August gegen Livingston in der Nachspielzeit gewann und dass der Sieg bei Rangers im September den Glauben im Kader von Derek McInnes spürbar gestärkt habe. Hearts verwies auch darauf, dass man Celtic in dieser Saison dreimal gegenübergestanden habe und nie geschlagen worden sei. Wer in Glasgow vorne liege, so der Tenor, verdiene den Titel.
McInnes’ Seite brachte diese Haltung mit einer nüchternen Ansage auf den Punkt: Es sei schwierig, ein Team auf ein Unentschieden einzustellen; die Absicht müsse erst Sicherheit, dann aber auch Angriff sein. Zugleich bremste der Club die Personallage. Claudio habe mit einer Leistenverletzung zu kämpfen, sei seit einigen Wochen gemanagt worden und könne keine 90 Minuten geben. Im Vorfeld war auch benannt worden, wer in einem Hearts-Team, das in Celtic Park Geschichte schreiben wollte, nicht auflaufen würde: Brian Cormack, Alex Mackie, Jamie Bryant, Donald Ford und Garry Halliday.
Die größere Spannweite dieses Spiels liegt nicht nur im Tabellenbild, sondern im Weg dorthin. Hearts beschrieb selbst, man habe sich nach 16 years fast bis zum ultimativen Punkt vorgedrungen. Celtic wiederum kam mit einer seltenen Konstanz im Anlauf, hatte seit Dezember nicht mehr unverändert begonnen. Genau darin steckt der Reiz dieses Titeldramas: zwei Teams, die sich über Monate stabilisiert haben, treffen nun aufeinander, ohne dass eines sich auf bloße Vorsicht verlassen kann. Wenn sich an diesem Mittag in Glasgow ein Meister herauskristallisiert, dann nicht aus Zufall, sondern weil einer der beiden genau in den 90-odd minutes die Nerven, den Plan und den Moment auf seiner Seite hatte.

