Der FC Bundestag ist bei der 53. inoffiziellen Europameisterschaft der Parlamente in Lübeck mit zwei Siegen gestartet. Das Team der derzeitigen und ehemaligen Abgeordneten des Deutschen Bundestags gewann zum Auftakt 1:0 gegen die Schweiz und setzte sich im zweiten Spiel 2:0 gegen Norwegen durch.
Am Wochenende trafen in Lübeck rund 80 Abgeordnete aus vier Ländern aufeinander. Für den FC Bundestag, das offizielle Parlamentsteam aus derzeitigen und ehemaligen Abgeordneten, war das mehr als ein sportlicher Termin: Kapitän und Vereinsvorsitzender Fritz Güntzler sieht in dem Wettbewerb auch ein politisches Signal. Der CDU-Politiker sitzt seit 2013 im Deutschen Bundestag und ist dort finanzpolitischer Sprecher der Unionsfraktion.
Güntzler sagte, jeder gebe alles für die Mannschaft und einer stehe für den anderen ein. Die dritte Halbzeit mache richtig Spaß, sagte er weiter. Gleichzeitig verweist er auf den eigentlichen Zweck des Teams: Der FC Bundestag solle den Austausch zwischen den vier Parlamenten der Schweiz, Finnlands, Österreichs und Deutschlands fördern. Es sei ein diplomatisches Zusammenkommen, bei dem Demokratie und Parlamentarismus beworben würden.
Dass der Sport dabei auf den ersten Blick lockerer wirkt, ist gewollt. Die Teams setzen sich aus verschiedenen Fraktionen der jeweiligen Parlamente zusammen, beim FC Bundestag gehört auch die Arbeit mit Trainer Felix Magath dazu. Güntzler sagte, durch sportliche Bekanntschaften lasse sich auch politisch etwas aufbauen. In Lübeck war das nicht nur ein Satz, sondern die Logik hinter einem Turnier, das von 60-Jährigen ebenso geprägt wird wie von einer Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren.
Im weiteren Turnierverlauf traf Deutschland noch auf Österreich. Der Kontext blieb dabei derselbe: Ein Team, das in einer sonst oft zerstritten dargestellten politischen Landschaft Einigkeit demonstriert und zugleich über die Grenze des Spiels hinaus wirken will. Der FC Bundestag spielt nicht nur Fußball, sondern macht auch sichtbar, wie parlamentarische Kontakte unter Abgeordneten entstehen können.
