Motorola Solutions hat im ersten Quartal 2026 sein Wachstum vor allem mit Software und Diensten getragen. Der Bereich legte im Jahresvergleich um 8% auf rund 1,1 Milliarden Dollar zu und blieb damit der wichtigste Treiber für den US-Konzern, der auf einsatzkritische Kommunikation für Sicherheitsbehörden und Unternehmen spezialisiert ist.
Die zweite Säule des Geschäfts, Products and Systems Integration, brachte im gleichen Zeitraum 1,0 Milliarden Dollar ein. Das Unternehmen sagte, die Nachfrage nach cloudbasierten Command-and-Control-Lösungen und Videoanalyse habe die Entwicklung gestützt. Motorola erweitert sein Portfolio zudem um am Körper getragene Kameras und KI-gestützte Analytik.
Damit setzt sich ein Wandel fort, der das Geschäftsmodell seit Jahren prägt. Software und Services machten in den vergangenen Jahren bereits mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Für Motorola ist das wichtig, weil wiederkehrende Erlöse aus Software-Abos und Dienstleistungen stabiler sind als der reine Geräteverkauf. Der Konzern bedient vor allem US-Bundes- und Bundesstaatenbehörden sowie große Unternehmen und erzielt mehr als 60% seines Umsatzes in Nordamerika.
Motorola investiert nach eigenen Angaben jedes Jahr 7% bis 8% des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Das ist Teil eines breiteren Wettlaufs in der Branche, in der sich die einsatzkritische Kommunikation zunehmend mit LTE- und 5G-Netzen sowie KI-Analytik verbindet. Motorola gilt dabei als Anbieter mit starker Position bei den Funkstandards TETRA und P25, während Wettbewerber wie Hytera und Ericsson um ähnliche Kunden kämpfen. In den USA stützt auch die Ausweitung von FirstNet die Nachfrage nach sicherer Kommunikation für Einsatzkräfte.
Die Frage für Anleger ist daher weniger, ob Motorola noch wachsen kann, sondern wie lange der Konzern seinen Vorsprung in einem Markt halten kann, der sich technisch schnell verschiebt. Am 14. Mai 2026 wurde die Aktie an der NYSE bei rund 380 Dollar gehandelt; sie notiert dort unter dem Kürzel MSI.

