Donald Trump hat im Iran-Konflikt den Druck erhöht und gesagt, er werde „nicht mehr lange geduldig“ sein. In einem Fox-News-Interview forderte der US-Präsident Iran auf, ein Abkommen zu schließen, und erklärte zugleich, angereichertes Uran könne sicher eingelagert werden.
Trump sagte, er würde es vorziehen, wenn das Uran in den Vereinigten Staaten lagere, räumte aber ein, das sei eher eine Frage der Öffentlichkeitsarbeit als alles andere. Die iranischen Führer, mit denen Washington verhandle, seien vernünftig, sagte er weiter. Er verband diese Linie auch mit China und erklärte, er und Präsident Xi Jinping seien sich einig gewesen, dass Iran keine Nuklearwaffen erhalten dürfe und „die Meerenge offen“ bleiben müsse. Trump fügte hinzu: „Wir haben viele verschiedene Probleme gelöst, die andere nicht hätten lösen können.“
Die Äußerungen kommen in einer Phase, in der der Krieg um Iran und die Gespräche über das Atomprogramm den Nahen Osten weiter unter Spannung halten. Die Straße von Hormus ist für den internationalen Schiffsverkehr zentral, und die Ölpreise blieben hoch, während Investoren auf eine Lösung hofften. Genau in diesem Umfeld bekommt Trumps Ton Gewicht: Er stellt Verhandlungsbereitschaft in den Vordergrund, koppelt sie aber an eine klare Frist und an das Signal, dass Washington und Peking bei der Frage einer iranischen Atombombe auf einer Linie sind.
Die Lage wird zusätzlich kompliziert durch Berichte über direkte Angriffe zweier arabischer Staaten auf Iran. Nach Angaben der New York Times hätten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Ziele in Iran attackiert, als Vergeltung für iranische Angriffe auf ihr eigenes Territorium. Es wäre das erste Mal gewesen, dass beide Länder Iran direkt angreifen; bestätigt haben sie die Angriffe nicht. Zugleich hatten iranische Kräfte im jüngsten Krieg mit den Vereinigten Staaten und Israel wiederholt Ziele in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten attackiert, wo das US-Militär Basen unterhält.
Dass Trumps Botschaft gerade jetzt kommt, ist kein Zufall. Der Streit zwischen Saudi-Arabien und Iran dreht sich seit Langem um regionale Vorherrschaft und ist von der sunnitisch-schiitischen Rivalität geprägt; auch das Verhältnis zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran ist seit Jahren angespannt. Die Emirate sind zugleich wichtiger US-Verbündeter und haben ihre Beziehungen zu Israel normalisiert. Trumps Forderung nach einem Deal trifft damit auf eine Region, in der Diplomatie, Abschreckung und direkte Gegenschläge längst ineinander greifen.

