Lesen: Air India unter Druck: Absturz von AI-171, neue Verluste und offene Fragen

Air India unter Druck: Absturz von AI-171, neue Verluste und offene Fragen

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Die Boeing-Maschine von Flug stürzte am 12. Juni 2025 kurz nach dem Start in Ahmedabad ab, 260 Menschen kamen dabei ums Leben. Für den indischen Carrier ist das nicht nur die schwerste Katastrophe des Jahres, sondern der nächste Schlag in einer Phase, in der Sicherheit, Betrieb und Finanzen zugleich aus dem Takt geraten sind.

Ein vorläufiges Bild der Lage ist klar: Die endgültige Untersuchung des indischen Aircraft Accident Investigation Bureau wird erst in einigen Wochen erwartet, doch die Airline kämpft schon jetzt mit einer Last, die sich nicht auf einen einzelnen Unfall reduzieren lässt. verließ Air India früh, nachdem sich die gemeldeten Verluste für das Geschäftsjahr bis März 2026 auf rund 2,4 Milliarden Dollar summiert hatten. Nach der Übernahme der staatlichen Fluggesellschaft durch die im Jahr 2022 wurde Air India zum größten Verlustbringer des Konzerns; hält rund 25 Prozent.

, ehemaliger Geschäftsführer der Airline, sagte, zwischen den ambitionierten Plänen und der tatsächlichen Umsetzung klafften inzwischen große Lücken. Er fügte hinzu, der Tata-Konzern habe die strukturellen Probleme der Gesellschaft offenbar unterschätzt. Genau darin liegt das Gewicht der aktuellen Krise: Air India sollte nach Jahren staatlicher Kontrolle wieder zu einer globalen Marke werden, doch die jüngsten Ereignisse zeigen, wie weit dieser Anspruch noch von der täglichen Realität entfernt ist.

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Auch operativ häufen sich die Rückschläge. Im März drehte ein Flug von Delhi nach Vancouver nach fast acht Stunden um, weil dem Flugzeug die nötige Freigabe für den kanadischen Luftraum fehlte. Im vergangenen Jahr stellte bei einer Inspektion 51 Sicherheitsverstöße bei Air India fest. Dazu kamen die Streichung wichtiger Langstreckenverbindungen, darunter Delhi nach Washington und Mumbai nach San Francisco, während Lieferverzögerungen bei neuen Flugzeugen die Erholung weiter bremsen.

Der finanzielle Druck wird durch den schwachen indischen Rupienkurs zusätzlich verschärft, weil Treibstoff, Leasing und viele Betriebskosten in US-Dollar abgerechnet werden. Gleichzeitig hat der Konflikt im Nahen Osten den Wettbewerb auf Langstrecken verändert, doch Air India kann davon wegen der Flugzeugknappheit bisher nicht ausreichend profitieren. Für den Konzern bedeutet das, dass Tata und Singapore Airlines nach Einschätzung von Analysten womöglich weiteres Kapital bereitstellen müssen, um die steigenden Verluste zu tragen.

Was jetzt zählt, ist die endgültige Untersuchung des Absturzes von AI-171. Der Bericht wird zeigen, ob der schlimmste Tag in der jüngeren Geschichte von Air India vor allem als tragisches Einzelereignis in Erinnerung bleibt oder als Auslöser für tiefere Veränderungen in einer Airline, die schon vor dem Unglück an ihren eigenen Versprechen zu scheitern drohte.

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