Lesen: Reise nach China: Trump und Xi suchen Frieden im Handelsstreit

Reise nach China: Trump und Xi suchen Frieden im Handelsstreit

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hat bei seiner Reise nach China mit ein freundliches Treffen inszeniert, das am Ende vor allem eines lieferte: neue Versprechen im festgefahrenen Handelsstreit. Der US-Präsident war für zwei Tage nach China gereist und hatte vor dem Abflug eine Reise in großer Einigkeit versprochen.

Beim in der Großen Halle des Volkes spielte eine chinesische Militärkapelle sogar eine Version von „YMCA“. Dazu gab es Hummer in Tomatensuppe und Pekingente. Xi sagte dort, die große Wiederbelebung der chinesischen Nation und das Ziel „Make America great again“ könnten Hand in Hand gehen; die beiden Länder könnten sich gegenseitig zum Erfolg verhelfen. Es war die Art von Bühne, auf der beide Seiten demonstrieren wollten, dass die Rivalität vorerst höflich verpackt werden kann.

Hinter der Kulisse standen konkrete wirtschaftliche Zusagen. China kündigte an, die Exportkontrollen für Seltene Erden auszusetzen. Die US-Seite sagte zudem, Peking habe sich zum Kauf von zwölf Millionen Tonnen US-Sojabohnen bereit erklärt. Das wäre für amerikanische Landwirte eine spürbare Entlastung, nachdem China nach Trumps Zollanhebungen zuvor keine US-Sojabohnen mehr gekauft hatte.

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Trump selbst legte auf dem Rückflug nach Angaben aus seinem Umfeld noch einmal nach. Er sagte, Xi habe sich auch für den Kauf amerikanischen Öls interessiert und sogar die Order von 200 -Jets zugesagt. Später sagte Trump auf dem Flug zurück in die Vereinigten Staaten, die Zahl könne sogar 750 Jets erreichen. Kurz vor der Abreise nannte er den Besuch „unglaublich“ und sagte, es seien mehrere fantastische Handelsabkommen geschlossen worden, die für beide Länder von Vorteil seien.

Der wirtschaftliche Kern des Treffens blieb dennoch begrenzt. von der sagte, die wichtigste Botschaft sei wohl, dass die USA nicht mehr verlangten, China müsse sein staatlich gelenktes, exportorientiertes Wirtschaftsmodell verändern. Stattdessen setzten sie nun auf einen deutlich weniger ambitionierten Ansatz mit kontrolliertem Handel. Das markiert eine Verschiebung: Nicht mehr die große Umgestaltung steht im Vordergrund, sondern das Eindämmen des Konflikts.

Das passt auch zu dem, was beide Seiten heute brauchen. Die USA und China hängen wirtschaftlich weiter voneinander ab, und keine Seite will eine Eskalation, die Lieferketten, Agrarmärkte oder Industrieproduktion noch stärker belastet. Für Trump ist das politisch besonders heikel, weil viele amerikanische Farmer wegen Zöllen, Handelsstreit und Kürzungen ohnehin unter Druck stehen — ausgerechnet in einem Land, in dem zahlreiche von ihnen für ihn gestimmt haben.

Xi wiederum verfolgt langfristig sein Ziel, China bis 2049 zur dominierenden Weltmacht zu machen. Gerade deshalb wirkt die jetzige Annäherung wie eine kalkulierte Pause, nicht wie ein echter Durchbruch. Sie zeigt, dass beide Seiten das Geschäft miteinander brauchen, auch wenn sie strategisch gegeneinander arbeiten. Die Reise hat den Streit nicht gelöst, aber sie hat ihn vorerst in höfliche Sprache übersetzt — mit Soja, Boeing und Seltenen Erden als Währung des Augenblicks.

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