Lesen: Linienrichter im Thüringen-Spiel attackiert: Schiedsrichter streiken

Linienrichter im Thüringen-Spiel attackiert: Schiedsrichter streiken

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Ein minderjähriger Linienrichter ist bei einem -Spiel in Thüringen von einem Spieler attackiert und getroffen worden. Die Partie zwischen Ruhla und wurde nach dem Zwischenfall abgebrochen.

Nach Angaben von passierte der Angriff in der 75. Minute, als ein Eisenacher Spieler nach einem Foul die Rote Karte sah. Ein 29 Jahre alter FC-Eisenach-Spieler protestierte danach so heftig gegen den Schiedsrichter, dass auch er vom Platz gestellt wurde. Es kam zu einer Rangelei, bevor der junge Assistent getroffen wurde. Ein Krankenwagen wurde gerufen, um den minderjährigen Linienrichter zu versorgen. Falk sagte, die Verletzungen seien zum Glück nicht so schwer gewesen, dass der Jugendliche mitgenommen werden musste. Für den betroffenen Schiedsrichter blieb dennoch nur der Abbruch: „Der Schiedsrichter hat dann keine andere Wahl, als das Spiel abzubrechen“, sagte Falk.

Die Folgen reichten weit über dieses eine Spiel hinaus. Im Raum Eisenach wurden für das Wochenende alle 35 Männer-Mannschaften abgesagt, nachdem die Unparteiischen in den Streik getreten waren. Damit reagierten sie auf einen Vorfall, der den ohnehin angespannten Amateurfußball in der Region weiter verschärft. kommentierte den Platzverweis mit den Worten: „Ohne diese Rote Karte passiert das alles nicht!“. Falk wies das scharf zurück: „Diese Aussage ist zynisch, im Prinzip eine Verharmlosung der Tat sowie eine Täter-Opfer-Umkehr“.

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Es war nach Angaben von Falk nicht der erste schwere Vorfall in der Region. Vor zwei Jahren sei bereits ein Schiedsrichter von einem Spieler ins Gesicht geschlagen worden, sagte er. Sechs Wochen zuvor habe es schon einmal einen Spielabbruch gegeben, nachdem ein Zuschauer einen Referee angegangen sei. Die Unparteiischen und der hätten bereits über Gegenmaßnahmen gesprochen und Deeskalationstraining durchgeführt, sagte Falk. Der Angriff in Ruhla zeigt dennoch, dass Gespräche und Schulungen allein den Druck auf die Ehrenamtlichen bislang nicht stoppen konnten.

Für die Region ist der Streit damit zu mehr geworden als ein einzelner Aussetzer auf dem Platz. Wenn ein minderjähriger Linienrichter in einem Kreisliga-Spiel attackiert wird und am selben Wochenende 35 Partien ausfallen, ist das kein Randthema mehr, sondern ein Warnsignal für den gesamten Spielbetrieb.

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