Asa Butterfield spielt in „Our Hero, Balthazar“ eine Figur, von der Balthazar, gespielt von Jaeden Martell, glaubt, sie könnte ein künftiger Schulschütze sein. Der Film von Oscar Boyson, der das Drehbuch gemeinsam mit Ricky Camilleri schrieb und die Regie führte, startet am Freitag landesweit, nachdem am 26. März ein gestaffelter Auswertungsstart begonnen hatte.
Dass der Film jetzt breiter ins Kino kommt, ist für Boyson ein Schritt, der nach einer langen und schwierigen Finanzierungsphase noch immer nach Bestätigung klingt. „Wenn man sich eine Idee ausdenkt und davon begeistert ist, muss man glauben, dass sie großartig sein wird“, sagte er. Er fügte hinzu, dass ihn die Ablehnung durch die Branche beim Geldsammeln nur noch stärker an das Projekt gebunden habe: Je mehr Nein kamen, desto mehr habe es sich wie sein eigenes Ding angefühlt, und desto eher sei er davon ausgegangen, dass es auffallen werde.
„Our Hero, Balthazar“ hatte 2025 beim Tribeca Festival seine Premiere und wird von Picturehouse und WG Pictures ausgewertet. Der Film ist als Sozialsatire mit düsterer Prämisse angelegt und kreist um Waffengewalt und online inszenierten Aktivismus. Boyson und Camilleri ließen sich nach eigenen Angaben von einer Geschichte aus dem Jahr 2022 inspirieren, in der der Uvalde-Schütze Salvador Ramos vor dem Angriff einer 15-jährigen Online-Freundin in Deutschland schrieb. Boyson sagte über die Reaktionen auf dieses Mädchen: „Die Leute haben sie in den sozialen Medien fertiggemacht, als hätte sie etwas tun können.“
Für Boyson war genau dieser Mechanismus der Ausgangspunkt. „Es fühlte sich an wie ein Mikrokosmos dafür, was es bedeutet, ein Kind zu sein“, sagte er. „In den sozialen Medien ist man all den schrecklichen Dingen der Welt ausgesetzt und mit ihnen belastet, als wäre man selbst dafür zuständig, etwas dagegen zu tun.“ Aus dieser Perspektive entstand auch Balthazar, den Boyson und Camilleri bewusst nicht als makellosen Helden schrieben. „Weil Ricky und ich nicht in der Lage sind, einen reinen Helden zu schreiben, haben wir ihm diese performative Figur gegeben“, sagte Boyson.
Der Ton des Films steht in einer Linie mit Werken, die Boyson und Camilleri nach eigenen Angaben geprägt haben: Larry Clarks „Bully“ von 2001 und Tim Hunters „River’s Edge“ von 1986. Boyson bringt zudem einen ungewöhnlich breiten Hintergrund mit für ein Spielfilmdebüt. In seinen Zwanzigern zog er nach New York und fand nach einer Craigslist-Anzeige Arbeit bei Casey und Van Neistat. Später produzierte er die Safdie-Brüder-Filme „Heaven Knows What“, „Good Time“ und „Uncut Gems“ sowie als Ko-Produzent Noah Baumbachs und Greta Gerwigs „Frances Ha“ von 2012.
Boyson sagte, er habe erlebt, wie gut solche Filme beim Publikum ankommen, wenn sie emotional treffen, selbst wenn das Budget klein ist: „Ich sah, wie gut dieser Film lief und wie sehr er beim Publikum ankam, und niemand sprach überhaupt darüber, wie klein das Budget war“, sagte er. „Die Leute sprachen nur über das emotionale Erlebnis, das sie hatten.“ Genau darauf setzt auch „Our Hero, Balthazar“ nun, da aus dem Festivalfilm ein landesweit startender Kinostart wird.
