Lesen: Die Eisheiligen 2026: Warum die Bauernregel und die Daten nicht stimmen

Die Eisheiligen 2026: Warum die Bauernregel und die Daten nicht stimmen

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2026 ist es rund um tatsächlich mal kühl. Aber wer jetzt auf , , , und zeigt, liegt nach Darstellung des MDR daneben: „Das sind nicht die Eisheiligen!“, heißt es in dem am 13.05.2026 um 16:00 Uhr veröffentlichten Stück. Die Botschaft fällt klar aus: „Die Bauernregel ist trotzdem quatsch und die Daten zudem noch falsch.“

Der Grund beginnt im Kalender. Die Eisheiligen werden je nach geografischer Lage traditionell zwischen dem 11. und 15. Mai verortet, doch diese Zuordnung beruht auf dem julianischen Kalender. Mit der Reform zum gregorianischen Kalender im Jahr 1582 fielen beim Wechsel zehn Tage weg, seitdem kamen noch drei zusätzliche Schalttage hinzu. Korrigiert man das, lägen die Eisheiligen heute eher zwischen dem 24. und 28. Mai. „Wenn Sie jetzt sagen: Klar, das sind die Eisheiligen, müssen wir Sie enttäuschen“, sagt der Text. „Die können’s einfach nicht sein.“

Genau deshalb taugt die Regel nicht als Wettergesetz. Die Eisheiligen sind zu selten und zu unzuverlässig, um als sichere Wettermarke zu gelten. Die Wetteraufzeichnungen der vergangenen zehn Jahre zeigen rund um diesen Zeitraum meist milde Frühjahrswerte bis hin zu sommerlicher Wärme. Spätfröste im Mai kommen zwar immer wieder vor, aber ohne festes Datum; am wahrscheinlichsten sind sie eher zu Monatsbeginn als Mitte Mai.

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Dass 2026 ausgerechnet jetzt eine kühlere Phase bringt, macht die alte Volksweisheit nicht verlässlicher. Im Gegenteil: Klimawandel kann Wetterlagen extremer und länger machen, auch kühlere Abschnitte. Gleichzeitig ist die Natur heute wegen der Erwärmung mehrere Wochen früher dran als früher. Pflanzen stehen deshalb schon so weit, dass sie auf späte Fröste besonders empfindlich reagieren. Das ist vor allem im Obstbau ein Problem.

Der praktische Rat bleibt trotzdem erstaunlich bodenständig. Wer Tomaten erst Ende Mai setzt, bekommt im Sommer dennoch gutes Gemüse. Und auch wenn die Eisheiligen als Mythos wohl nächstes Jahr nicht verschwinden werden, bleibt die eigentliche Lehre dieselbe: Nicht der Kalender entscheidet über das Wetter, sondern die Atmosphäre.

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