Rafael Nadal hat Berichte zurückgewiesen, wonach er bei Real Madrid für das Präsidentenamt antreten könnte. Der frühere Tennisstar schrieb am Mittwoch auf Social Media, die Meldungen über eine mögliche Kandidatur seien nicht wahr.
Nadal schrieb, er habe Berichte gelesen, die ihn mit einer möglichen Bewerbung um die Präsidentschaft von Real Madrid in Verbindung brachten, und stellte klar: „I have read reports that link me to possibly being a candidate for the presidency of Real Madrid. I would like to clarify that these reports are not true.“ Die spanische Zeitung La Vanguardia hatte zuvor berichtet, Enrique Riquelme erwäge einen gemeinsamen Anlauf mit David Mesonero und Nadal sei im Rahmen dieses Plans angesprochen worden. Mit der Zurückweisung entzieht Nadal dieser Spekulation vorerst den Boden.
Die Debatte fiel in eine Phase, in der bei Real Madrid die Machtfrage ohnehin wieder offen ist. Florentino Perez rief am Dienstag auf einer breiten Pressekonferenz zu einer Wahl für das Präsidentenamt auf und sagte, seine aktive Amtszeit laufe bis 2029. Perez erklärte zudem, er sei bereit, sich jedem zu stellen, der ihn herausfordern wolle, und forderte jene „im Schatten“ auf, an die Öffentlichkeit zu treten.
Für Nadal ist das Thema nicht neu. Im November sagte er The Athletic, er glaube nicht daran, schloss es für die Zukunft aber nicht aus. Bereits 2023 sagte er, er könne sich vorstellen, eines Tages Präsident von Real Madrid zu werden, und fügte zugleich hinzu, der Klub habe den bestmöglichen Präsidenten. Schon 2017 hatte Nadal gesagt, er würde gern Präsident von Real Madrid werden und bezeichnete den Verein damals als seinen Klub.
Gerade deshalb bekam das Gerücht so schnell Gewicht. Nadal ist nicht nur einer der bekanntesten Sportler Spaniens, sondern auch jemand, der Real Madrid seit Jahren öffentlich verbunden ist. Doch die Faktenlage ist im Moment klarer als die Spekulation: Nach Angaben von mit der Lage vertrauten Personen hat es keine Gespräche mit Nadal gegeben.
Dass Perez jetzt erneut zur Wahl ruft, erhöht den Druck auf mögliche Gegenkandidaten, auch wenn der 79-Jährige in den vergangenen fünf Wahlen unangefochten blieb. Er wurde 2009, 2013, 2017, 2021 und 2025 jeweils ohne Gegenkandidat gewählt. Seine aktuelle Amtszeit läuft bis 2029 weiter, was die politische Lage im Klub ungewöhnlich macht: Formal ist vieles noch gesichert, praktisch beginnt der Wettbewerb um Einfluss aber schon jetzt.
Das macht Nadals rasche Klarstellung mehr als nur eine Randnotiz. Sie trennt Wunschdenken von realen Machtoptionen und zeigt zugleich, wie offen der Kampf um Real Madrids Zukunft bereits geführt wird. Wer Perez tatsächlich herausfordern will, wird das nicht länger aus dem Schatten tun können.

