Lesen: Kindernachrichten: ZDF entfernt Kirchen-Beitrag nach Kritik aus Mediathek

Kindernachrichten: ZDF entfernt Kirchen-Beitrag nach Kritik aus Mediathek

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ZDF hat einen Beitrag über die Kirchen aus der Mediathek genommen, nachdem an der Darstellung in einer logo!-Sendung Kritik laut geworden war. Statt des gelöschten Stücks zeigt die nun einen Hinweis.

Die Debatte entzündete sich an einem Kinder-Nachrichtenbeitrag, in dem ein positiver Ramadan-Teil neben einem scharf kritischen Kirchen-Erklärstück stand. Kritiker bemängelten, dass das eine Ende des Ramadan freundlich dargestellt worden sei, während der Kirchen-Teil stark auf Kirchenaustritte, Höllenangst und den mittelalterlichen Ablasshandel fokussiert habe.

Nach Beschwerden von Zuschauern und der christlichen Medieninitiative Pro reagierte ZDF-Intendant schriftlich. Er sagte, die Kombination beider Inhalte innerhalb einer einzigen logo!-Sendung sei ein Fehler gewesen, weil dadurch der Eindruck einer beabsichtigten Gegenüberstellung habe entstehen können. Die Redaktion habe beide Beiträge ursprünglich unabhängig voneinander geplant. Der Ramadan-Beitrag sei angekündigt worden, weil die Feier an jenem Tag begonnen habe. Das Kirchen-Erklärvideo sei wegen neu veröffentlichter Mitgliederzahlen der beiden großen Kirchen in Deutschland entstanden.

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Himmler teilte zudem mit, der Beitrag sei aus dem Archiv der Erklärstücke entfernt worden. In der Mediathek ist an seiner Stelle nun nur noch ein Hinweis zu sehen. Nach den vorliegenden Angaben ging es um ein anderthalbminütiges Stück.

Pro reagierte nach eigenen Angaben mit Respekt auf die Antwort des Senders. sagte, das ZDF nehme die Kritik ernst, räume Fehler ein und habe den Beitrag aus dem Archiv entfernt. Zugleich betonte er, es gehe nicht nur um einen einzelnen misslungenen Beitrag, sondern um grundlegende Fragen journalistischer Sorgfalt bei religiösen Themen, zumal in einem Nachrichtenangebot für Kinder. Pro will die deshalb vom behandeln lassen.

Im Rückblick räumte Himmler ein, dass es schwerlich möglich sei, die historische Entwicklung der christlichen Kirchen in einem anderthalbminütigen Beitrag angemessen und in allen theologischen und gesellschaftlichen Dimensionen darzustellen. Genau dort lag der Bruch: Ein Thema mit Gewicht wurde in ein sehr kurzes Format gepresst, während die Sendung gleichzeitig den Ramadan als aktuellen Anlass aufgriff. Die Folge war für viele Zuschauer nicht Ausgewogenheit, sondern der Eindruck einer Wertung.

Dass ZDF nun nicht nur erklärt, sondern den Beitrag auch entfernt hat, zeigt, wie ernst der Sender den Vorwurf der Schieflage nimmt. Für die Auseinandersetzung um kindernachrichten bleibt damit vor allem die Frage, wie religiöse Themen in kurzen Formaten künftig so aufbereitet werden, dass sie verständlich bleiben, ohne einseitig zu wirken.

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